Wer nur kopiert, wird nie ein Original

Als Ghostwriter wird mein Name als Autor unter Texten naturgemäß nicht angegeben, und das ist auch in Ordnung für mich. Schließlich war es Teil der Vereinbarung mit meinem Kunden. Das Urheberrecht bleibt dennoch bei mir, und meine Kunden haben lediglich das Nutzungsrecht erworben.

Umso stolzer bin ich, wenn ich einmal als Autor öffentlich genannt werde. So zum Beispiel beim kompletten Blog der „Schlafen ist Zeitverschwendung“ Website. Dient es mir doch auch als Referenz für zukünftige Kunden. So weit, so gut.

Alle dort veröffentlichen Blog Beiträge können natürlich geteilt werden und innerhalb der Branche wird diese Möglichkeit auch gern genutzt. Ständig neuen Content zu produzieren kann anstrengend sein und – mit kurzer persönlicher Einleitung – wird so auch ein geteilter Beitrag ein Stück weit personalisierter. Kein Grund also, rechtliche Bestimmungen zu verletzen – sollte man meinen.

Denkste!

Im Netz entdeckte ich eine Website, die den kompletten Blog – Texte und Bilder – 1:1 kopiert hatte und auf der eigenen Website sowie mit eigenem Namen als Verfasser gekennzeichnet hatte. Da traut man doch seinen Augen nicht …

Höflich wie ich bin, habe ich angerufen und auf den Verstoß aufmerksam gemacht. Zugleich wollte ich wissen, warum man nicht die Funktion des Teilens genutzt hatte. Ehrliche Antwort: „Naja, es macht ja schon einen besseren Eindruck, wenn man die Texte selbst geschrieben hat!“ Es hat mich sämtliche Willensstärke gekostet, darauf freundlich zu antworten: „Aber Texte zu klauen und dann so zu tun, als stammten sie von Ihnen – das haben Sie doch sicher nicht nötig.“

Langer Rede, kurzer Sinn: Alles wurde gelöscht und eigene Beiträge verfasst. So soll es sein! Bis nach 6 Monaten ein weiterer Versuch unternommen wurde und wieder ein einzelner Beitrag per Copy and Paste transferiert wurde …

Liebe Leute, bitte macht das nicht!

Es ist strafbar und verletzt das Urheberrecht. Zudem schadet ihr euch selbst, da Google „Double Content“ abstraft. Und es gehört sich einfach nicht.

Inspirieren – ja! Kopieren – nein! Denn: Wer nur kopiert wird nie ein Original …

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Kunden durch Social Media?

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Das Zitat von Henry Ford kennt vermutlich jeder. Hört sich in der Theorie schön an, wird in der Praxis selten umgesetzt. Dort – in unserer Komfortzone – ist es ja auch so schön kuschelig. Hier kennen wir uns aus. Hier sind wir Experte auf unserem Gebiet. Hier riskieren wir nichts.

Für mich ist meine Komfortzone die Wasserbett Branche. Sie zu verlassen kommt mir nicht oft in den Sinn. Es sei denn, ich werde durch eine Anfrage elektrisiert.

So geschehen neulich, als ich via Instagram – ja, man kann durch soziale Medien Kunden gewinnen! – kontaktiert wurde. Marco Oerding ist Künstler, er lebt in Hamburg und „Ich zeichne Lebenslinien. Mit Herz, Stift und Papier“ – so stand es auf seiner Website.

Völlig entzückt tauchte in seine Welt ein – seine Zeichnungen waren schlicht, aber auf den Punkt. Kleine Geschichten über Helden des Alltags. Alleine diese Idee: Helden – wer wäre nicht gern einer?! Laut Marco sind wir alle Helden, das zeigte er in seinen Zeichnungen grandios, die Texte auf seiner Website spiegelten die Botschaft indes nur unklar. Nach einem netten Telefonat durfte ich mich an die Arbeit machen und begann zu schreiben – und konnte nicht mehr aufhören.

Seine Kernbotschaft schimmert nun in allen Texten auf seiner Website durch und erzählt seine ganz eigene Heldengeschichte. Mein Storytelling für ihn war so komplett anders als meine sonstigen Arbeiten, dass ich mich herausgefordert, inspiriert und begeistert zugleich fühlte.

Das Ergebnis macht uns beide stolz – Marco und mich auch. Wenn er mir sagt, ich hätte mitgeholfen, seine Marke zu entwickeln und „seine Seele in einem word Dokument“ festgehalten, dann weiß ich – es ist lohnend, hin und wieder seine Komfortzone zu verlassen. Und schön …

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Zivilcourage

Jeder denkt von sich, er habe sie – Zivilcourage. Natürlich. Gar keine Frage!

Wir haben den Mut, öffentlich unsere Überzeugung zu äußern, auch wenn sie der Ansicht anderer Menschen entgegensteht. Wir greifen mutig ein, wenn wir Zeuge einer kriminellen oder für andere Menschen bedrohlichen Situation werden. Wir machen die Öffentlichkeit auf Missstände aufmerksam und lenken die allgemeine Aufmerksamkeit darauf. Wir helfen wo wir können, wenn insbesondere die Schwachen der Gesellschaft (ältere Menschen, Kinder, aber auch Tiere) unwürdig behandelt werden.

Ist es nicht so?

All die Reportagen, in denen gezeigt wird, dass Menschen verschämt den Blick senken und in eine andere Richtung schauen, derweil genau vor ihnen ein Unrecht geschieht – das sind nicht wir! Das sind Feiglinge. Egoisten. Ohne Worte so ein Verhalten.

Neulich hatte ich Gelegenheit, Zivilcourage zu zeigen und habe die Gelegenheit ergriffen. Spontan, ohne weiter nachzudenken, voller Emotionen. Ich habe einen öffentlichen Facebook Aufruf gestartet und meinen Unmut über die aktuelle Situation in deutlichen Worten Ausdruck verliehen. Namen habe ich keine genannt, wohl aber Straße und Ort des Geschehens. Ich fühlte mich als Rächer der Schwachen und völlig im Recht.

Die Anteilnahme war riesig, der Beitrag über 5000mal geteilt, private Nachrichten trudelten im Sekundentakt herein. Alle wollten helfen, es war ein schönes Gefühl. Bis ich um Mitternacht vor der eigenen Haustür persönlich beschimpft, beleidigt und bedroht wurde! Der Beitrag sollte gelöscht werden, sonst hätte ich ein ernstes Problem, da kenne man nichts …

Ich habe den Beitrag danach aus zwei Gründen gelöscht. Zum einen hatte ich konkrete Angst und zum anderen wurde mir klar, dass die vorhandene Unterstützung nicht im Geringsten gewünscht wurde. Damit hatte der Aufruf sein eigentliches Ziel verloren.

Meine Erkenntnis zur Zivilcourage ist:

Wenn es sich nicht um eine akut bedrohliche Situation handelt, ist es sinnvoll, vor dem Handeln nachzudenken. Sich vielleicht Unterstützung zu holen. Über verschiedene Optionen nachzudenken. Sich gegen mögliche Folgen abzusichern.

Und dennoch!

Angst darf nie dazu führen, dass wir den Mund nicht mehr aufmachen. Wohin das im schlimmsten Fall führen kann, zeigt nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart. Und deswegen müssen wir trotz möglicher Ängste bei Missständen den Mund aufmachen. Jeder einzelne von uns. Ich auch.  

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Lass uns über Geld reden …

Zu wenig geht oft mit Unglück einher, zu viel geht nicht zwangsläufig mit Glück einher. Zu Geld hat jeder eine eigene Einstellung. Als Selbständiger muss man aufpassen, dass tief verankerte Glaubenssätze die finanzielle Zufriedenheit nicht boykottieren. Wer ständig denkt „Geld stinkt“ oder „Geld verdirbt den Charakter“, wird unbewusst immer daran arbeiten, schön klein zu bleiben. Wenig zu verlangen und sich seines eigenen Wertes nicht bewusst zu sein.

Noch fataler wird die Situation, wenn das – was du kannst – dir sehr leichtfällt. Schnell erledigt bedeutet nicht wenig wert. Es ist nicht die Zeit, die jemand dir bezahlt, sondern die Entwicklung, die dazu geführt hat, dass du es JETZT so schnell kannst.

Kleine Geschichte hierzu:

Als ich mit einem PC Problem einen Experten holen musste und nach dem Preis fragte, erklärte mir dieser, er koste 1 Euro pro Minute. Schlagartig bekam ich Herzklopfen und sprach schneller, um Zeit zu sparen. Sagte ihm das auch. Er lachte und bot mir einen Festpreis von 120 € für die Lösung des Problems an. Der Preis war ok für mich, ich entspannte mich und bot ihm erstmal einen Kaffee an. Da der PC mehrere Male neu starten musste, störte mich diese vertane Zeit nun auch nicht mehr. Alles war easy und entspannt, er und ich auch. Nach 2 Stunden war alles wieder paletti, ich bezahlte und war hochzufrieden mit Preis und Leistung. Erst viel später realisierte ich, dass das Endergebnis (120 € Festpreis oder 2 Stunden = 120 Minuten x 1 Euro = 120 €) gleich war. Gefühlt hingegen war es ein riesiger Unterschied!

Die Moral von der Geschichte: Lass dich nicht nach deiner Zeit bezahlen. Du stresst damit den Kunden. Biete ihm einen Festpreis an. Das ist fair und nachvollziehbar. Das einzige, was du dafür lernen musst, ist eine vernünftige Kalkulation.

Machbar, oder?

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Eine ungewöhnliche Headline …

Coole Unternehmen brauchen coole Texte!

Neulich habe ich auf meiner Facebook Seite gepostet, dass ich wahnsinnig gern mal einen Beitrag mit der Headline „Warum Sie NICHT bei uns kaufen sollten“ schreiben würde. Wer sich traue, der solle mir eine Mail schreiben und ich würde demjenigen einen kostenfreien Beitrag zu dieser Headline schreiben.

Ich war sehr gespannt, ob und wer sich hierzu meldet! Tatsächlich waren es nur zwei und weil nur der erste gewinnen konnte, durfte ich für Nimmerland Schlafsysteme schreiben. Und weil das ein wirklich cooles Fachgeschäft ist, fiel mir die Aufgabe leicht und hat mir total viel Spaß gemacht. Hier das Ergebnis:

Warum ihr bei uns NICHT kaufen solltet …

Als stationärer Fachhandel für alle Produkte rund um den gesunden Schlaf wollen wir natürlich euren Erwartungen gerecht werden. Leider können wir trotzdem nicht alle Erwartungen erfüllen …

Damit ihr also nicht enttäuscht seid, hier ein paar Warnhinweise, wann ihr euren Besuch besser vermeidet und nicht bei uns kauft:

      • Ihr findet Shoppen anstrengend, das Personal unfreundlich, den Laden chaotisch und tierfeindlich sind auch noch alle? Kommt lieber nicht zu uns! Wir lieben Mensch und Tier, sind lustig, gastfreundlich und gemütlich ist es auch noch.
      • Ihr wisst selbst, was gut für euch ist und wenn ihr trotzdem mal einen Fehlkauf macht, ist das auch nicht schlimm – ab in den Müll und auf ein Neues ist eure Devise. Kommt lieber nicht zu uns! Bei uns erwartet euch womöglich eine Beratung, die eure Augen öffnet und Produkte, die euch jahrelang begleiten, und nachhaltig und gut fürs Klima ist das auch noch.
      • Ihr liebt Online Shoppen, weil man dort auch am heiligen Sonntag Unterstützung bei einem Problem bekommt? Zwar meist nur durch eine automatisierte Mail, aber immerhin, das ist doch wenigstens Service. Kommt lieber nicht zu uns! Wenn ihr uns bei einem Problem kontaktiert, sind wir 24/7 für euch da und stehen sogar als Mensch aus Fleisch und Blut vor eurer Haustür wenn`s drauf ankommt.

Es tut uns ja wirklich leid, dass wir nicht alle Erwartungen erfüllen können, aber wir können es nun mal nicht leiden, wenn Kunden allein gelassen werden, übers Ohr gehauen werden, unfreundlich behandelt werden und man von ihnen nach dem Kauf am liebsten nichts mehr hören würde. Wenn euch das zu viel Kompetenz, Freundlichkeit und Service ist, kauft lieber nicht bei uns.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, ist uns natürlich herzlich willkommen!

Und wer glaubt, wir wollen euch hier nur einen Bären aufbinden und wir sind gar nicht so und tun nur so als ob – quasi als PR Gag – der darf sich natürlich auch gern selbst überzeugen …

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Ghostwriter – Segen oder Fluch?

Ein Ghostwriter schreibt für private Personen oder Unternehmen Texte, die diese dann als ihre eigenen präsentieren. Gründe, warum ein Ghostwriter gebraucht wird, gibt es viele.

Bei privaten Personen ist es meistens die zu tiefe emotionale Verstrickung in einem Bereich. Diese Menschen erzählen flüssig und schlüssig, worum es geht und was sie dazu sagen möchten, schließen aber verzweifelt mit den Worten: „Ich kann das einfach nicht zu Papier bringen!“  

Bei Unternehmen ist es meistens der zeitliche Faktor. Selbstverständlich wissen sie sehr genau, was sie wie und an wen kommunizieren möchten, nur fehlt die nötige Zeit und wird zudem oft unterschätzt.

Ein Ghostwriter bietet wertvolle Unterstützung für diese Menschen, allerdings nur, wenn er bestimmte Eigenschaften mitbringt!

  • Er muss sehr gut zuhören können
  • Er muss sich sehr gut in Menschen einfühlen können
  • Er muss in der Lage sein, seinen eigenen Schreibstil der jeweiligen Person anzupassen
  • Er muss in der Lage sein, die richtigen Fragen zu stellen
  • Er muss absolut vertrauenswürdig sein
  • Er darf kein allzu großes Geltungsbedürfnis haben

Wer jetzt seufzt, sollte sich besser nicht als Ghostwriter versuchen. Gute Arbeit abzuliefern, für die man zwar bezahlt wird, die Lorbeeren aber der Auftraggeber einheimst, ist nicht jedermanns Sache. Woran man wieder einmal sieht, dass Geld nicht alles ist …

Für mich ist die Arbeit als Ghostwriter dennoch mehr Segen als Fluch. Ich kann zwar weniger mit konkreten Projekten – die ich bearbeite – werben, werde aber als „Geheimtipp“ weiterempfohlen. Und wenn ich meine Projekte aus der Ferne beobachte (Blog, Social Media) und anerkennende Kommentare unter diesen lese, hüpft mein Herz vor Freude. Auch – oder gerade weil – niemandem auffällt, dass nicht der jeweilige Inhaber federführend tätig war.

Das ist in meinen Augen ein Indiz für die gute Arbeit eines Ghostwriters. Ich bin gern Ghostwriter!

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Liebe Chefs, etwas mehr Phantasie bitte

Es scheint tatsächlich ein ausschließlich den männlichen Chefs vorbehaltenes Phänomen zu sein – Phantasielosigkeit bei Geschenken für Mitarbeiter*innen.

Während meiner Zeit als Angestellte habe ich immer wieder festgestellt, dass weibliche Chefs sich tatsächlich Mühe gegeben haben, mir ein persönliches Geschenk zu machen, während die männlichen Chefs was schenkten? Genau! Blumen … Wenn überhaupt. Und manchmal wurden diese sogar als „Gestrüpp“ bezeichnet. Also die Blumen. Und von den Chefs wohlgemerkt.

Nichts gegen einen schönen Blumenstrauß, aber persönlich sieht schon etwas anders aus. Wobei es ja vielleicht auch nicht besonders persönlich gemeint war. Wer weiß das schon?

Mein Zahnarzt allerdings schwärmte bei meinem letzten Besuch geradezu von seinem Team. Insbesondere Natalie sei praktisch von der ersten Stunde an dabei gewesen. Sie könne alles, wisse alles, sei absolut unentbehrlich. Er arbeite wahnsinnig gern mit ihr. Sie hätten auch privat ein gutes Verhältnis, er kenne ihr Kind und ihren Mann, und sie sei fast wie eine Tochter für ihn. Und deswegen würde er im September zu seinem 20-jährigen Jubiläum eine große Feier für sein Team machen und für Natalie sogar eine Rede vorbereiten. Und natürlich ein Geschenk. Ratet…. Einen Blumenstrauß! Nach einem Blick in mein vermutlich leicht verzerrtes Gesicht – das er mit Sicherheit auf Schmerzen zurückführte - fügte er stolz hinzu: „Ja, das muss man zu so einem Anlass schon mal machen!“

Auch auf die Gefahr hin, dass er zukünftig besonders fies bei mir bohrt, konnte ich es nicht lassen und habe „also, etwas mehr Phantasie bei der Auswahl eines Geschenkes würde Natalie sicher begrüßen“ fallen gelassen. Daraufhin verstummte er. Und bohrte weiter. Nur mäßig fies.

Aber wer weiß? Vielleicht überlegt er es sich ja noch einmal. Ich werde Natalie bei Gelegenheit einmal fragen …

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Wie die Zeit vergeht …

Das war ich. Mit 16 Jahren. Und neben mir der Junge, der mein Herz zum ersten Mal in meinem Leben so richtig in Flammen gesetzt hat. Das war mehr als mädchenhafte Schwärmerei oder kurzweiliges Verliebt-sein, das habe ich schon damals gespürt.

Heute - 42 Jahre später - sind wir immer noch zusammen. Wir haben Höhen und Tiefen erlebt. Wir haben uns verändert – nicht nur körperlich. Wir haben voneinander gelernt und miteinander gelebt. Wir haben uns gegenseitig Raum gegeben und waren immer füreinander da. Wir haben uns kein Wunschbild vom anderen erschaffen, sondern waren wunschlos glücklich mit dem, was von Anfang an da war. Auch mit den Fehlern und Schwächen, die sich oft genug zu richtigen Stärken entwickelten. Wir waren beste Freunde und sind es auch nach der Heirat geblieben.

Irgendwo habe ich einmal folgendes gelesen: 

Mit dem falschen Menschen an deiner Seite ist jedes Unglück eine furchtbare Katastrophe und jedes Glück nur ein fades Gefühl. Mit dem richtigen Menschen an deiner Seite wird jedes Unglück erträglich und jedes Glück verdoppelt sich.

Ich bin sehr dankbar und glücklich, den richtigen Menschen an meiner Seite zu haben!

Peter, mein Herz ...

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Herz kommt eben immer an …

Irgendwann im letzten Jahr bezahlte in einem süddeutschen Restaurant ein Mann anonym die Rechnung für eine Gruppe behinderter Kinder, die sich mit ihren Betreuern auch dort aufhielten. Der Mann hatte beobachtet, wie einige Gäste von der Gruppe abrückten, andere tuschelten und manche sogar das Lokal verließen. Fremdschämen beschreibt das Gefühl des Mannes in dem Moment wohl am ehesten.

Er blieb allerdings nicht lange anonym. Irgendwer kennt immer irgendwen und hat irgendwas gesehen und so bekam auch dieser Mann ein persönliches Gesicht. Und öffentliche Anerkennung. In allen sozialen Medien und sogar in einem kleinen Fernsehinterview.

Gut so!

Irgendwann vor kurzer Zeit startete ein Mann aus dem Rhein-Sieg-Kreis eine Suchmeldung in den sozialen Medien. Er hatte registriert, dass ein Ehepaar beim Landgericht Düsseldorf eine Klage über Rückgabe eines Bettes verloren hatte. Das Urteil ging ebenfalls um die Welt und die Beschwerden des Ehepaares wurden leicht schmunzelnd bis sarkastisch als nichtig abgetan. Hämisch lächelnd war die allgemeine Reaktion der meisten Leser.

Nicht so dieser Mann. Er machte sich ernsthaft Gedanken um das Paar und – selbst aus der Branche kommend – die öffentliche Zusicherung, dem Ehepaar ein gutes Schlafsystem zu spendieren. Kostenfrei, unverbindlich und ohne jegliche Hintergedanken versteht sich. Auch dieser Beitrag erregte in Kürze immens viel Aufmerksamkeit und öffentliche Anerkennung.

Gut so!

Es wundert mich nicht, dass diese Aktionen so viel Aufmerksamkeit erreichen. Bei all den negativen Schlagzeilen sind wir doch alle froh, authentische Nachrichten über „gute Menschen“ und „gute Taten“ zu erhalten. Es wundert mich allerdings schon ein bisschen, wenn hin und wieder Bemerkungen à la „… ist halt gute Werbung!“ als Kommentar die Runde machen.

Liebe Leute:  

Gute Werbung können alle machen, auch die, die sie bei anderen sehen. Der Unterschied ist nur, der eine macht sie und der andere eben nicht. Zudem ist Werbung in diesen Fällen möglicherweise eine Folge, nicht aber der Ursprung. Werbung ist nicht gleich Werbung, und Herz kommt immer gut an zieht auch nur, wenn es tatsächlich aus dem Herzen kommt.

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Liebe stirbt nicht

Als ich 15 war, bin ich per Anhalter durch die Gegend gesaust. Bedeutet: An die Straße stellen, Daumen raus und ins nächstbeste Auto springen, das anhält.

Zu der Zeit war es noch nicht normal, dass Kinder/Jugendliche den elterlichen Shuttle Service wie selbstverständlich in Anspruch nehmen. Ja, es war noch nicht einmal normal, dass jeder Haushalt überhaupt mindestens ein Auto besaß. Unfassbar!

Wollte man als Kind von A nach B, hatte man nur 3 Möglichkeiten:

  • Zu Fuß gehen (aber das dauerte eindeutig zu lang)
  • Mit Bus oder Rad fahren (aber das machten nur die uncoolen Mädels)
  • Trampen! – DAS machten die coolen Mädels.

Ich war ein cooles Mädel und mögliche Gefahren (Entführungen, Vergewaltigungen, Belästigungen) kamen mir gar nicht in den Sinn. Jugendlicher Leichtsinn eben. Meine Eltern waren natürlich nicht begeistert, und während meine Mutter (erfolglos) mit mir stritt, sagte mein Vater gar nichts zu dem Thema. Stattdessen handelte er.

Jedesmal, wenn ich mich an die Straße stellte, folgte er mir unauffällig, kauerte sich hinter einen Busch oder eine Hausecke und notierte das Autokennzeichen von dem Auto, in das ich einstieg. Natürlich blieb mir das nicht verborgen – wie denn auch, wenn man im Rückspiegel den eigenen Vater mit Block und Stift bewaffnet hektisch kritzeln sieht – aber angesprochen habe ich ihn nie darauf. Ich erinnere mich an ein diffuses Gefühl bei meiner Entdeckung. Irgend Gemisch zwischen peinlich, glücklich und sicher. Sollte jemand Böses mit mir im Sinn haben, könnte mein Vater ihn zumindest im Nachhinein identifizieren. So waren wohl meine naiven Gedanken.

Wenn ich heute an diese Situationen denke, spüre ich vor allem eine allumfassende Liebe und Fürsorge, die mich – obwohl mein Vater schon unfassbare 31 Jahre tot ist – noch heute wärmt und schützt wie eine kuschelige Decke und eine liebevolle Umarmung. Und mir das Gefühl gibt, dass mein Paps – wann immer ich an ihn denke – noch heute seine schützende Hand über mich hält.

Das Foto zeigt meinen Vater und mich und ich liebe es unendlich. Sieht man doch schon dort, was mein Vater mit jeder Faser seiner Person ausstrahlte: Liebe! Und die stirbt nicht.

See you in heaven, Papa …

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5 Jahre – Ich schreibe für Sie

Wer hätte das gedacht?

Mit über 50 den Schritt in die Selbständigkeit wagen, ohne bis ins letzte Detail erarbeiteten Business Plan, ohne Startkapital, ohne groß angelegte Werbung und ohne externe Unterstützung – ich habe es gewagt!

Gut, Sicherheit hatte ich durch eine Mini Teilzeit Anstellung beim Fachverband Wasserbett. Eine Arbeit, die ich niemals aufgeben wollte, weil ich sie liebe. Trotzdem hätte ich – wäre Sicherheit mein höchstes Gut gewesen – nach Kündigung wegen Geschäftsaufgabe meiner damaligen zweiten Arbeitsstelle einen anderen Weg gehen können und mir schlicht eine neue Firma suchen können. Habe ich aber nicht.

Stattdessen habe ich mich mit dem selbständig gemacht, was ich für jeden Arbeitgeber - ohne dass es konkret in mein Aufgabengebiet gefallen wäre - gern und kostenlos gemacht habe: Texte schreiben. Jegliche schriftliche Kommunikation lag binnen kürzester Zeit in meiner Hand, weil "Sie es einfach perfekt können." Nach zusätzlichen Weiterbildungen habe ich es gewagt und meine offensichtliche Berufung zum Beruf gemacht: 

Im Mai 2014 ging meine erste Website online und seither bin ich Schritt für Schritt auf meinem Weg nach vorne gegangen. Heute blicke ich fast erstaunt zurück auf diese phantastische Reise. Und dankbar! Das vor allem!

Dankbar, dass ich das tun darf, was mir tägliche Freude bereitet und anderen Menschen ihre Arbeit erleichtert. Dankbar, dass Menschen meine Arbeit wertschätzen und durch sie ihr Unternehmen weiter voranbringen. Dankbar, dass ich – vermutlich, weil ich mich nie verstelle – genau die Kunden anziehe, mit denen ich ganz wunderbar zusammenarbeiten kann. Dankbar, dass es wie durch ein Wunder von ganz allein immer weiter geht und neue tolle Kunden auf mich zukommen, weil bestehende Kunden mich weiterempfehlen.

Ich erinnere mich, dass ich damals mit Begeisterung das kleine Büchlein von Samuel Woitinski gelesen habe: „Tu was du liebst – und trau dich Geld zu nehmen!“ Direkt am Anfang des Buches konnte man eine Liste ausfüllen und die Angaben dort ergänzen.

„Meine Arbeit schafft …“

„Meine Arbeit fördert …“

„Meine Arbeit erleichtert …“

„Meine Arbeit spart …“

und so weiter.

Spätestens nachdem ich diese Liste ohne Nachdenken ganz flüssig und konkret ergänzen konnte, war mir klar: Ich schaffe das, weil meine Arbeit ganz konkrete Werte hat. Ich hatte es ja sozusagen schwarz auf weiß. Die Liste habe ich heute noch. Also:

Wer hätte das gedacht? Ich habe das gedacht und es war richtig so.

Ich liebe, was ich tue!      

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Positionierung – Ein „Muss“ für jeden Texter?

Auch in der Dienstleistung gilt: Je klarer die Positionierung, je einfacher die Kundenansprache und je besser wird man von der Zielgruppe auch gefunden.

Deshalb hat jeder Texter in der Regel eine klare Positionierung. Das kann Reisen, Coaching, Ernährung, Fitness oder jedes beliebige andere Thema sein.

Der Vorteil einer Positionierung liegt auch aus Sicht des Texters klar auf der Hand: Man schreibt über Themen, die einem vertraut sind, die man regelrecht liebt und in denen man sich auch sehr gut auskennt. Im besten Fall einen Experten Status aufweisen kann. Die einem flott von der Hand gehen und umfangreiche Recherchen fast schon überflüssig machen.

Auch ich habe meine Kernthemen, mit denen ich mich sehr wohl fühle. Kunden mich hierzu ansprechen, weil ihnen gefällt, was und wie ich etwas hierzu sage. Für die ich über die Themen schreiben darf, die mein Herz ansprechen und die meine Finger beflügelt über die Tastatur gleiten lassen. Das ist wunderbar! Es ist aber zugleich auch meine Komfortzone.

Eine extrem wichtige Erfahrung habe ich gemacht, als ich meine Komfortzone zum ersten Mal verlassen habe. Und über ein Thema schreiben sollte, von dem ich nun wirklich absolut keine Ahnung hatte. Warum der Kunde sich ausgerechnet an mich gewandt hat, war mir ebenso unklar. Klar hingegen war, dass mich der Ehrgeiz gepackt hatte. Nach intensiver Recherche und einigen Telefongesprächen mit dem Kunden hatte ich Feuer für das Thema gefangen und begann zu schreiben. Eine Woche nach Abgabe meiner Texte rief der Kunde mich an um mir mitzuteilen, dass er den ersten Auftrag „nachweislich durch meine Texte“ an Land ziehen konnte. Unfassbar für mich, völlig logisch für den Kunden. Denn: „Sie haben die Sprache des Kunden gewählt und so geschrieben, dass jeder sich vorstellen kann, wie wir arbeiten und was ein Kunde durch die Zusammenarbeit mit uns gewinnt. Statt trockener und technischer Details haben Sie mit Ihren Texten Bilder in den Köpfen der Leser erzeugt. Danke dafür!“

Es kann also durchaus für beide Seiten gewinnbringend sein, die kuschelige Komfortzone hin und wieder zu verlassen: Als Texter lernt man eine Menge dazu und als Auftraggeber gewinnt man einen neuen Blickwinkel auf ein vielleicht schon zu vertrautes Thema.

Und nicht zuletzt gewinnt vor allem der, für den der Text geschrieben wurde:

Der zukünftige neue Kunde des Unternehmens.

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Mein Buchtipp # 6

Ich gebe es zu - das Cover war ausschlaggebend für die Entscheidung zum Kauf dieses Buches. Ich wollte einfach mehr erfahren über diesen Menschen, der so viel Zärtlichkeit und Schmerz in seinem Ausdruck hat. Und auch wenn die Entscheidung mehr als oberflächlich war - wer lässt sich schon vom Cover eines Buches blenden? - in diesem Fall war sie mehr als gut. Sie war brillant ...

Jude, JB, Willem und Malcolm sind vier Freunde, die sich am College kennengelernt haben. Die Geschichte ihrer Freundschaft wird von der Autorin in einer Weise erzählt, die mir manchmal den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Schonungslos ehrlich, anrührend zärtlich, erschreckend grausam. Wir erfahren fast körperlich, was Freundschaft vermag und müssen hilflos mit ansehen, wo ihre Grenzen liegen.

Es ist schwer, in die Welt der vier Freunde einzutauchen und doch lässt sie einen nicht los. Man wünscht sich ein Happy End und möchte glauben, dass echte Freundschaft mächtig ist und alles besiegen kann: Trauer, Wut, Verzweiflung und Zerstörung. Ein Rettungsanker, der uns fest und sicher hält. Tut er das in jedem Fall? Lest selbst ...

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Das Internet: Big Data oder Big Filter

Mir geht es wie den meisten Menschen: Wenn ich etwas suche, kaufen möchte, recherchieren muss oder mir etwas unklar ist, gehe ich ins Internet. Diesen großartigen Pool an Wissen aller Art! Klar hinterfrage ich manches kritisch und doch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich mich oft genug einlullen lasse. Mir fremden Menschen bedingungslos Glauben schenke. Mich von Bewertungen (oftmals gekauften) in meiner Kaufentscheidung beeinflussen lasse. Mir oft genug eben nicht eine eigene Meinung bilde.

Das ist doch eigentlich verrückt, oder?

Denn betrachtet man es einmal ganz nüchtern, stellt das Internet Informationen bereit und bietet eine Software Möglichkeiten, der aber die grundsätzlichen Annahmen der Programmierer über das Funktionieren der Welt zugrunde liegen. Heißt – diese Annahmen fließen in das Programm ein und können – je nach Programmierer – andere Ergebnisse auswerfen. Wenn auch nur in Nuancen. Auch Suchmaschinen individualisieren ihre Suche und - man mag es kaum glauben - es gibt schlichtweg keine neutralen Suchergebnisse. Das kann man ganz leicht nachprüfen, indem zwei verschiedene Personen den gleichen Suchbegriff in eine Suchmaschine eingeben – das Ergebnis wird kurioserweise nicht identisch sein.

Daraus folgt: Das Internet ist ein Informationsfilter, Informationsfreiheit steht auf einem ganz anderen Blatt.

Ich zitiere aus dem Buch „Zero“ des Schriftstellers Marc Elsberg, das mich nachhaltig beschäftigt hat:

„Einen Dienst im Internet in Anspruch zu nehmen, ist, als würdest du in einer fremden Stadt einen Taxifahrer bitten, dich in ein gutes Hotel zu bringen. Im besten Fall tut er das. Im zweitbesten bringt er dich zu einem, das er für gut hält – nur leider hat er ganz andere Vorstellungen als du. Und in den meisten Fällen bringt er dich in das Hotel seines Cousins“.

Für die Zukunft habe ich mir deshalb vorgenommen, etwas kritischer mit all den Informationen aus dem Netz umzugehen. Mir aus all den zur Verfügung stehenden Informationen eine echte eigene Meinung zu bilden. Im Zweifel lieber echte Menschen aus dem Unternehmen und echte Nutzer von diversen Produkten nach ihrer Meinung befragen. Denn im Gespräch von Mensch zu Mensch bin ich - mit ein bisschen Menschenkenntnis - in der Lage zu erkennen, ob hier geflunkert oder versucht wird, mich zu manipulieren. Körperhaltung, Gestik, Mimik und Stimmlage verraten mindestens genauso viel wie die reinen Worte. Und sind nicht steuerbar und somit glaubhafter.

Aber wer weiß, irgendwann gibt es sicher eine Software, die genau das auch kann. Oder gibt es sie vielleicht schon? Eine gruselige Vorstellung …

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Mein Herz schlägt schneller als deins

So beginnt ein wunderschönes Lied von Andreas Bourani. Es handelt von Trennung. Im letzten Jahr haben sich in meinem weiteren Bekanntenkreis einige Paare getrennt, von denen ich das nie gedacht hätte. Einer erzählte mir: „Wir haben uns einfach unterschiedlich entwickelt. Auseinandergelebt.“ Offensichtlich wie in dem Lied. Da schlagen Herzen nicht mehr wie eins und sie leuchten heller allein …

Aber ist es nicht so?

Am Anfang einer Beziehung schlagen die Herzen natürlich wie eins. Ein „ich“ gibt es nicht mehr, nur noch ein „wir“. Und doch besteht eine Beziehung immer zwischen ZWEI Menschen und jeder von ihnen ist einzigartig. Es bleibt gar nicht aus, dass Unterschiede hervortreten. Unterschiedliche Entwicklungen. Unterschiedliche Geschwindigkeiten. Das muss aber nicht unbedingt das Ende einer Beziehung sein. Es kommt vielmehr darauf an, ob man neben dem „ich“ genauso viel Interesse am gemeinsamen „wir“ hat oder eben nicht. Ist das so, dann ist folgendes möglich:

Geht einer schneller das der andere, könnte einer kurz warten oder der andere etwas Tempo zulegen, bis sie wieder auf einer Höhe sind. Leuchtet einer mehr als der andere, heißt das nicht, dass man allein im Licht stehen muss – wenn man nicht will. Ehrliches Interesse am anderen bedeutet nicht, alles gemeinsam machen zu müssen oder die gleichen Dinge zu lieben. Es bedeutet vielmehr, neugierig auf den anderen zu bleiben. Immer wieder aufeinander zuzugehen, besonders dann, wenn die Herzen unterschiedlich schnell schlagen.

Mag sein, dass meine Einstellung leicht altmodisch ist. Ich bin aber ehrlich davon überzeugt, dass beide davon profitieren können, wenn ein Herz schneller schlägt als das andere. Ehrliches Interesse am anderen und Liebe für diesen vorausgesetzt. Derjenige, der schneller unterwegs ist, legt hin und wieder eine Pause ein und vermeidet so kopfloses Voranstürmen und frühzeitige Verausgabung. Derjenige, der langsamer unterwegs ist, gewinnt den nötigen Ansporn und erreicht Ziele, die er allein niemals in Angriff genommen hätte. Und wo auch immer auf diesem Weg sich beide wieder treffen, passiert das Wunder:

Herzen schlagen wieder wie eins und sie leuchten heller zu zweit.

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Kinderhospiz – Malteser im Main-Kinzig-Kreis

Hospiz – jeder, der nicht notgedrungen damit zu tun hat, schiebt das Wort und alles, was es bedeutet, so weit weg, wie es eben geht. Das ist zu schwer. Das ist zu traurig. Das geht zu sehr an die Nieren, ganz besonders, wenn es ein Kinderhospiz ist. So denken wohl die meisten von uns, mich eingeschlossen.

Trotzdem stricke ich seit einiger Zeit fürs Kinderhospiz, eine großartige Idee von Christine aus der WollOase in Gelnhausen. Aus dem Hospiz liegt ein Wunschzettel vor, Wolle wird von den Herstellern kostenfrei zur Verfügung gestellt und Christine steht mit Rat und Tat zur Seite und bietet gemeinsame Strick- und Häkelabende an. Hier wird in lockerer Gemeinschaft mit viel Liebe gestrickt und gehäkelt, was Kinderherzen sich wünschen. Rosa Teddybären, Strümpfe, Mützen, kuschelige Decken und Seelenwärmer für die Mamis. Ist genug beisammen, gibt Christine alles beim Malteser Dienst ab. Regelmäßig treffen sich hier betroffene Eltern mit ihren Kindern und die Betreuer des Malteser Dienstes. Essen miteinander, spielen und reden miteinander und freuen sich über die neuen selbstgemachten Werke.

Gestern habe ich Christine zu solch einem Treffen begleitet. Anfangs habe ich diese Möglichkeit weit von mir geschoben. Stricken ja – persönlich abgeben und das Leid sehen nein. Heute bin ich froh, hingegangen zu sein. Es waren zwar keine Kinder da, wohl aber die Mütter der kranken Kinder und natürlich die sie in allen Belangen unterstützenden Seelen von Frauen des Malteser Dienstes.

Was ich gelernt habe: Die Hemmschwelle zu überwinden lohnt sich! Es ist beeindruckend zu sehen, wie diese Mütter ihrem Schicksal trotzen. Sie lachen, sie unterstützen sich gegenseitig, sie reden unbeschwert miteinander. Sie genießen diese Auszeit von ihrem Alltag. Sie sprechen offen von ihren Problemen, ohne verbittert zu sein. Sie schildern den Alltag mit ihren kranken Kindern, ohne in Selbstmitleid zu versinken. Sie sind starke, tapfere, lebensfrohe und kluge Frauen. Sie lachen genauso gern wie andere Mütter. Sie machen es anderen Menschen sehr leicht, mit ihnen umzugehen.

Schwer machen nur wir es uns, mit diesen Menschen Kontakt aufzunehmen. Unnötig, wie ich jetzt weiß. Wir können viel lernen – sie von uns und wir von ihnen. Und wir können uns gegenseitig etwas geben – wir ihnen etwas Unbeschwertheit und sie uns die Erkenntnis, worauf es im Leben wirklich ankommt.   

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Geschenke – Pflicht oder Kür?

Wer kennt das nicht – Geburtstage, Jubiläen, Weihnachten und die immer gleiche bange Frage: Was sollen wir bloß schenken? Mir kommen dazu zwei Fragen in den Sinn:

  • Sind Geschenke etwa zu einer unangenehmen Pflicht geworden?
  • Ist uns eigentlich klar, in welcher Überfluss Gesellschaft wir leben?

Wir stöhnen und jammern so oft und gern, dass man meinen könnte, es würde uns an allen Ecken und Enden fehlen. Dabei stimmt das in der Regel nicht. Wir haben eine Wohnung oder gar ein Haus, Nahrung und Getränke im Überfluss und reichhaltiger Auswahl, ein Auto oder gar zwei, ein Smartphone oder gar drei pro Haushalt, schicke Möbel und nützliche Haushaltsgeräte. Wir haben im besten Fall gute Freunde, auf die wir zählen können und eine Arbeit, die uns Spaß macht.

Spätestens bei der Frage, mit was wir wem eine Freude bereiten können, dürfte uns klar werden, wie gut es uns im Prinzip geht. Eine Einsicht, die man sich täglich ins Bewusstsein rufen könnte, um tiefe Zufriedenheit und Dankbarkeit zu gewinnen.

Damit Geschenke nicht zu einer bloßen Pflicht werden, braucht es nur etwas Mut und Kreativität. Wer sagt denn, dass es ein Geschenk nur zu einem bestimmten Anlass geben darf? Wer sagt denn, dass ein ehrlich gemeinter persönlicher Glückwunsch nicht genauso viel Freude schenken kann? Wer sagt denn, dass die Zeit, die wir uns für jemanden nehmen, für diesen nicht sogar wertvoller ist ein materielles Geschenk?

In Zeiten von Mail, WhatsApp und Co. ist ein persönlicher Telefonanruf oder gar ein persönlicher Besuch etwas Einzigartiges geworden. ZEIT ist zum wertvollsten Gut geworden und Zeit kann jeder schenken. Gemeinsam verbrachte Zeit wirkt auch noch wärmend in der Erinnerung nach, wenn der eigentliche Anlass schon längst verblasst ist.

Wählen wir statt Pflicht die Kür und schenken wir von Herzen – das trifft dann auch mitten ins Herz!

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Mein Buchtipp # 5

Wenn im Klappentext eines Buches steht: "... Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht ... " erzeugt das vor allem Neugier. Bei mir jedenfalls. Was für ein genialer Marketing Trick, dachte ich und wollte unbedingt wissen, was dahinter steckt. Und fing an zu lesen. Konnte nicht mehr aufhören. Begriff, dass der Hinweis alles andere als ein Marketing Trick war. Nur eine ehrliche Beschreibung, weil eine andere schlichtweg nicht möglich war. Und so schließe ich mich an und verrate auch nichts vom Inhalt.

Nur so viel: Die Kraft, die in der einfachen Sprache liegt, reißt einen mit. Die Bilder, die beim Lesen entstehen, setzten sich dauerhaft im Gehirn fest. Die Geschichte, die erzählt wird, kann niemals vergessen werden.

Wer es noch nicht kennt - unbedingt lesen !!!

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Mein erstes Interview

Viele freie Schreiber sind es gewohnt, im Hintergrund zu bleiben und fühlen sich dort auch recht wohl. Was bedeutet es für Sie, sich selbst zu vermarkten und den Schritt nach vorne zu gehen?

In erster Linie – Überwindung. Aus dem Hintergrund zu arbeiten erscheint einfacher. Die eigene Arbeit zählt, mehr nicht. Man selbst als Persönlichkeit bleibt völlig unsichtbar. Dadurch auch nicht angreifbar, aber eben auch nicht greifbar … Wenn ich für Kunden schreibe, gewinne ich auch immer einen kleinen Einblick in ihre Persönlichkeit. Ich muss ja wissen, wofür sie stehen und welche Werte sie kommuniziert haben möchten. Die Ehrlichkeit, die meine Kunden mir entgegengebracht haben, hat dazu geführt, dass auch ich mich etwas geöffnet habe. In meinem Blog schreibe ich über unterschiedliche Themen, mal ist es beruflich, mal ist es privat. Der Blog hat keinen anderen Zweck, als dem Leser eine Möglichkeit zu geben, mich etwas besser kennenzulernen. Gefällt ihm, was er liest, kontaktiert er mich vielleicht. Gefällt es ihm nicht, wird er es lassen. Das war durchaus eine Überwindung. Allerdings weiß ich auch, dass ich so genau die Kunden anziehe, mit denen ich quasi auf einer Wellenlänge bin. Das ist sowohl für den Kunden als auch für mich von entscheidendem Vorteil. 

Was bedeutet es für Sie, sich als Person, als Profi zu einer Marke zu machen?

Konkret: Meinen Namen mit meinem Unternehmen zu verknüpfen. Der Unternehmensname ist zwar einprägsam, aber auch anonym. Durch die Verknüpfung mit meinem Namen bekommt er ein Gesicht. Das meine ich ganz wörtlich. Es gibt jetzt ein Foto von mir auf meiner Website und aktuell schaue ich den Betrachter auch an. Das war nicht immer so. Früher habe ich allein durch die Art des Fotos – von hinten und nur durch einen Spiegel das Gesicht gezeigt – signalisiert: Ich bleibe im Hintergrund. Jetzt nehme ich bewusst und offen Kontakt auf. Stelle neue Seiten über Leistungen auf meiner Website ein. Auf meiner Unternehmens-Facebook Seite poste ich regelmäßig Neuigkeiten, gebe sprachliche Tipps oder teile tolle Beiträge von anderen. Man kann auch im Gedächtnis bleiben, ohne sich offensiv in den Vordergrund zu spielen. Nur aus dem defensiven Hintergrund muss man heraus. 

Welcher Erfolg in Ihrer Laufbahn hat Sie darin bestätigt, mehr nach vorne zu treten und sich sichtbarer zu machen? 

Es war – wie sollte es anders sein – ein Kunde. Thematisch bin ich ja auf das Thema Schlafen und Wasserbetten spezialisiert. Dieser Kunde kam aus einem völlig anderen Bereich – 3D Visualisierungen. Kennengelernt hatte ich ihn als Redner bei einer Tagung. Irgendwann während des Vortrages fiel der Satz: „Wenn Menschen Menschen wie Menschen behandeln, geht vieles in die richtige Richtung.“ Das hat mich mitten ins Herz getroffen. Mutig habe ich ihm ein paar Wochen später eine Mail geschrieben und meine Arbeit – sofern gewünscht – angeboten. Obwohl ich – und das wusste er auch – von seinem Thema zu dem Zeitpunkt keinerlei Ahnung hatte. Wie vom Donner gerührt traf mich seine prompte Bitte nach einem Probetext, nach dem man weitersehen würde. Heute zählt er zu meinen wichtigsten und treuesten Kunden. Sein Zuspruch und seine Beurteilung meiner Arbeit haben mir gezeigt: Schlafen und Wasserbetten sind zwar nach  wie vor mein Spezialgebiet, aber auch meine Komfortzone. Es liegt ganz an mir, diese zu verlassen – wenn ich mag. Sich sichtbarer zu machen, bietet einem die wunderbare Möglichkeit, persönlich zu wachsen.

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Meine Mentoren

Was wären wir ohne Mentoren, die unseren Weg maßgeblich beeinflussen und fördern?

Mir selbst war das Glück beschieden, gleich zwei großartigen Mentorinnen begegnen zu dürfen, denen ich mit diesem Beitrag meinen Respekt und Dank aussprechen möchte. Ich werde beide für immer in meinem Herzen tragen.

Rita Bültmann war meine Deutschlehrerin im Hüffertgymnasium in Warburg. Sie hat die Liebe zur Sprache, zum Lesen und Schreiben in mir erweckt und dafür gesorgt, dass die zunächst zarte Pflanze dank guter Pflege kräftige Wurzeln entwickelte. Heute ist sie wie ein Baum, der Früchte trägt. Ohne Rita hätte mir jede Grundlage für meine Selbständigkeit gefehlt. 

Ich erinnere mich, dass ich irgendwann in einen Kurs mit einer anderen Lehrerin eingeteilt wurde. Nach kurzer Zeit war mir klar - das geht gar nicht! Bis zum Direktor bin ich gegangen und habe nicht eher Ruhe gegeben, bis ich wieder zu Rita Bültmann konnte. Für die damalige Zeit ein unerhörtes Verhalten von mir, das für entsprechende Aufregung sorgte. Aber ich wusste schon immer, dass man - erfährt man Gutes - dieses ganz festhalten muss.

Rita Bültmann lebt erfreulicherweise noch und ich werde ihr diesen Beitrag zukommen lassen.

Danke, Frau Bültmann!

Iris Geyer war für kurze Zeit meine Chefin. Sie hat mich mit dem Fachverband Wasserbett bekannt gemacht und dafür gesorgt, dass ich für diesen arbeite. Was sich durch diesen Kontakt an Möglichkeiten ergeben hat, ähnelt einem wunderbaren Märchen. Ich durfte viele großartige Menschen kennen lernen, von denen einige heute zu meinen besten und treuesten Kunden zählen.

Zusätzlich hat Iris Impulse gesetzt, die mich in meiner Persönlichkeit reifen und wachsen haben lassen. Ein besseres Verständnis für all die unterschiedlichen Typen von Menschen - aber auch ein besseres Verständnis meiner eigenen Person -  zählt zum Beispiel dazu. Iris hat mir die Augen geöffnet für Dinge, die im Verborgenen liegen. Sie hat meinen Blick geschärft und mein Bewusstsein erweitert.

Iris Geyer wäre heute 48 Jahre alt geworden ...

Danke, Iris!  

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Der Verein Deutsche Sprache e. V.

Der Verein Deutsche Sprache e. V. 

Als Texterin liegt mir Sprache selbstredend sehr am Herzen. Die deutsche Sprache auch. Das merke ich immer, wenn ich mit den Jungs telefoniere, die meine Website betreuen. Sie erzählen mir Dinge wie: „Das können wir im Footer einfügen“ oder „Das ist nur im Backend sichtbar“ oder schmeißen mit Begriffen wie „Inbound Marketing“ und „Gamification“ um sich. Beschämt besuche ich anschließend Google, um herauszufinden, was denn nun gemeint war. Frage ich etwa während des Gesprächs nach? Nein, zu peinlich. Noch viel schlimmer ist: Einmal begriffen, nutze ich diese Wörter selber völlig selbstverständlich. Und ernte je nach Kommunikationsweg Schweigen in der Leitung oder ratlose Blicke im persönlichen Gespräch.

Schlimm ist das!

Da verselbständigen sich tagtäglich Wörter und Ausdrücke im Gebrauch einer nicht deutschen Sprache, obwohl es auch anders geht. Meine Jungs wollen im Fußbereich meiner Website etwas einfügen und erklären mir, dass eine Seite nur im Hintergrund (für den Kunden unsichtbar) existiert. Sie erläutern mir eine Marketing Methode, die darauf basiert, von Kunden gefunden zu werden und klären mich über die Integration spieltypischer Elemente in einem Textbeitrag auf.

Klar ist das!

Der Verein Deutsche Sprache e.V. „tritt dafür ein, dass Deutsch nicht zu einem Feierabenddialekt verkommt, sondern als Sprache von Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten bleibt.“ Er wirbt ganz konkret dafür, dass die deutsche Sprache in der Politik, den Medien und der Wissenschaft auch eingesetzt wird. Ob es Beipackzettel, Gebrauchsanleitungen oder Stellenbewerbungen sind – die Botschaft sollte verständlich sein und oft genug ist sie das nicht. Unwillkürlich fragt man sich:

 

  • Wird vielleicht bewusst kompliziert geschrieben?
  • Wird der eigene Intellekt höher bewertet als der des Gegenübers?
  • WILL man überhaupt verstanden werden?

 

Ich mag an dem Verein, dass er Konzernen und Unternehmen auf die Finger schaut. Ich mag es, dass er konkrete Verbesserungsmöglichkeiten ausspricht. Ich mag es, dass er einen Kulturpreis Deutsche Sprache vergibt. Ich mag es, dass er längst vergessene Wörter wie „Schlingel“, „Walkman“ oder „Luftikus“ ausgräbt und in Erinnerung ruft. Und ich mag die Siegerehrung zum Sprachpanscher des Jahres – eine „Auszeichnung“ für besondere sprachliche Fehlleistungen.

Ich gelobe: Im meinem und eurem Interesse werde ich mich immer verständlich ausdrücken. Und falls nicht – nominiert mich für den Sprachpanscher des Jahres 😉

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Wähle kluge Wörter

Wenn ein Unternehmen auf seiner Website schreibt: "...wir wollen Ihnen Ängste nehmen...." seufze ich innerlich und schlage ihm stattdessen: "... wir wollen eventuelle Bedenken zerstreuen" vor.

Warum ich das mache?

Wer das Wort "Ängste" liest, spürt sie im selben Moment, auch wenn er zuvor keinerlei Ängste hat. Zudem können Ängste nicht "genommen" werden. Ängste kann nur der überwinden, der sie hat. Ein Fremder kann sie niemals nehmen, auch wenn er es noch so gut meint. Das wissen Menschen mit Ängsten. Folge: der Leser spürt "Angst" und "Unglauben" - eine katastrophale Wirkung, die das Unternehmen mit Sicherheit so nicht gewollt hat.

Sie finden das zu "psychologisch"?

Sprache IST auch immer Psychologie. Stellen Sie sich vor: Sie wollen ein Mineralwasser kaufen. Auf einem Produkt steht: "In unserem Wasser sind keinerlei Verunreinigungen oder bedenkliche Substanzen. Wir verwenden reines Quellwasser." Auf dem zweiten Produkt steht: "Frisches, klares, sauberes Quellwasser." Welches kaufen Sie?

Mein Appell: Wählen Sie immer kluge Wörter!

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Mein Buchtipp # 4

Ich warne vorab: Dieses Buch ist keine leichte Kost! Der Klappentext beschönigt nichts. Eine Mutter schreibt Briefe an ihren Ehemann und rollt darin die Geschichte der Familie auf. Eine Geschichte, die das Vorher und Nachher eines bestimmten Donnerstages beschreibt, an dem der 15-jährige Sohn in seiner Schule 9 Menschen tödlich verletzte. Ich hätte vermutlich nie nach diesem Buch gegriffen, wäre die Autorin mir nicht so ans Herz gewachsen. Ihre anderen Bücher haben mich gefesselt und mitgenommen, sprachlich, inhaltlich und emotional. Das war der Grund für meine Wahl.

Vielleicht hoffte ich, eine Antwort auf die große Frage WARUM zu finden, die man angesichts einer solchen Tat unweigerlich stellt. Eine Antwort auf die Frage, was vorher schief gelaufen war und wer letzten Endes die Verantwortung - oder Schuld - trägt. Denn einen Schuldigen wollen wir ja alle immer gern benennen können. Vielleicht vertraute ich der Autorin, dass - wenn überhaupt - sie es schafft, eine solche Antwort zu geben.

Obwohl ich es nicht ertragen würde, dieses Buch noch einmal zu lesen, ist es definitiv eine Empfehlung wert. Ich mag Bücher, die nachhallen. Die einen noch lange beschäftigen. Über die man das fast zwanghafte Bedürfnis verspürt, darüber zu reden. Und es nicht kann. Jedenfalls mit niemandem, der die Zusammenhänge nicht genau so gut kennt wie man selbst durch die Lektüre.

Wer also gnadenlose Ehrlichkeit verträgt und meiner Buch Empfehlung folgt und die Geschichte von KK liest, ist herzlich willkommen, mit mir darüber zu reden. Wenn er mag. Und kann.

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Trau Dich – Sei einzigartig

Der Fachverband Wasserbett feiert zum 50. Geburtstag des Wasserbettes eine Kampagne mit dem provokanten Slogan „Schlafen ist Zeitverschwendung“. Auf der gleichnamigen Website präsentieren sich die teilnehmenden Händler mit einem kurzen Text sowie Bildern ihres Geschäftes. Was beim Text auffällt: Alle versprechen hochwertige Produkte, erstklassigen Service, individuelle Beratungen und langjährige Erfahrungen. Aus der Sicht des Händlers sind dies sicher wichtige Kriterien, aus der Sicht des Kunden wird dies spätestens nach dem dritten Text ähnlicher Art eine Plattitüde. Die Entscheidung für oder gegen einen Händler wird vermutlich ausschließlich aus räumlichen oder preislichen Gründen getroffen. Aus Sicht des Händlers gewiss nicht das, was er sich wünscht. Aus Sicht des Kunden völlig logisch, da Einzigartigkeit fehlt.

Was bei den kurzen Texten aus obigem Beispiel noch nachvollziehbar sein mag, ist es bei längeren Texten von Unternehmenswebsites ganz sicher nicht mehr. Dabei spielt die Branche keine Rolle – es zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche. Kaum ein Unternehmen nutzt die Möglichkeit, seine Einzigartigkeit herauszustellen. Woran mag das liegen? Weiß das Unternehmen vielleicht nicht, was es von seinen Mitbewerbern unterscheidet oder gibt es schlicht keine Unterscheidung? Ist es die Angst davor, nicht ALLE Kunden anzusprechen? Aber geht das überhaupt und vor allem – will man das überhaupt?

Wenn ich für Unternehmen Texte schreibe, kitzele ich aus meinem Gesprächspartner immer heraus, was ihn von allen anderen unterscheidet und hebe dies hervor.

Beispiel: Beim Pressetext für ein Unternehmen anlässlich eines Jubiläums wollte ich von der Inhaberin wissen, in welcher Position sie seinerzeit in das Unternehmen eintrat. Ihre Antwort: „Als Mädchen für alles … so wie heute auch noch.“ Diese ehrliche Antwort zeigt mir - und damit allen Lesern – so viel mehr als die reinen Worte! Es zeigt zwischen den Zeilen, dass im Unternehmen niedrige Hierarchien herrschen, Verantwortung großgeschrieben und der Teamgeist ausgeprägt ist. Der Kunde bekommt beim Lesen ein Gespür für die Philosophie des Unternehmens. Gefällt sie ihm, geht er hin. Gefällt sie ihm nicht, geht er nicht hin. Aber ist das für das Unternehmen nicht mehr Vor- als Nachteil?

Anderes Beispiel: Eine Werbeagentur, für die ich Texte schreibe, sagt ihren Kunden unverblümt, wenn eine Idee des Kunden nicht funktioniert und tut dies auch auf ihrer Website kund. Sind die vielleicht verrückt oder nur arrogant? Weder noch. Die Agentur verspricht ihren Kunden sehr viel und kann dies Versprechen nur einlösen, wenn ihre Arbeit so exzellent ist wie sie versprechen. Wenn der Kunde die Arbeit vorgibt und die Agentur nur ausführendes Organ ist, wird dies nicht immer funktionieren. Deswegen traut sich die Agentur, auch mal zu sagen: „Lieber Kunde, so funktioniert das nicht aus dem und dem Grund. Wir haben eine bessere Idee, die nachweislich aus dem und dem Grund besser funktioniert“. Klar wird es Kunden geben, die den Weg nicht mitgehen wollen, aber nochmal: Ist das für das Unternehmen nicht mehr Vor- als Nachteil? Besagte Werbeagentur hat ausschließlich positive Referenzen, Weiterempfehlungen in Hülle und Fülle und Folgeaufträge bestehender Kunden. Wäre dies auch so, wenn sie ihre Einwände und eigene Ideen runterschlucken und gemäß dem Motto „der Kunde ist König“ nur liefern würden, was dieser will?

Ich bin überzeugt: Einzigartigkeit zahlt sich aus. Sie zieht Kunden an, die zu genau diesem Unternehmen passen. Sie stärkt das Unternehmen und macht aus Auftraggebern und Auftragnehmern eine gleichberechtigte Partnerschaft zu beiderseitigem Nutzen.

Trau Dich – Sei einzigartig!

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SEO Texte

Jede Website profitiert von guten SEO Texten. Das Geheimnis ist allen klar: Nach was sucht der Nutzer, welche Begriffe gibt er in Google ein? Wie und in welcher Anzahl füge ich die Begriffe anschließend in einem SEO Text ein? Welche Länge ist für einen SEO Text optimal? Geht alles gut, generiert der SEO Text neue Besucher einer Website und somit potentiell neue Kunden. Das Interesse an guten SEO Texten ist sehr verständlich. Keyword Planer und spezielle Tools helfen bei der Auswahl der richtigen Suchbegriffe. So weit die Theorie.

Die Praxis bei mir sind allerdings so aus:

Ich ignoriere diese Tools völlig und versetze mich statt dessen gedanklich in die gewünschte Zielgruppe. Habe ich diese klar vor Augen, schreibe ich ihnen, wie sie ihr Problem lösen können und wer ( Sie!) ihnen dabei helfen kann. Das ist mein SEO Text und ich kann in aller Bescheidenheit sagen - sie funktionieren!

Bestätigt hat mir dies eine große Marketing Agentur, für die ich regelmäßig unterschiedliche SEO Texte schreiben darf. Nachdem bereits eine Woche nach Einstellung meiner Texte neue Kunden gewonnen werden konnten, rief mich der Geschäftsführer an und teilte mir die Neuigkeit freudig mit. Als er mich fragte, welche Tools ich benutze und ich ihm sagte "keine" herrschte zunächst Schweigen in der Leitung. Ich erklärte ihm also, dass mich solche Vorgaben leider total blockieren. Richtwerte statt Emotionen, Vorgaben statt Persönlichkeit, nicht mein Ding. Sein Kommentar: "Perfekt, Frau Krömer - Talent ist immer besser als Auswendiglernen!"

Das erinnerte mich an eine Geschichte über einen Tausendfüßler, die ich einmal gehört habe: Es war einmal ein Tausendfüßler, der konnte ganz bezaubernd tanzen. Alle Tiere des Waldes standen bewundernd vor ihm und beobachteten seinen grazilen Tanz. Eine Ameise wollte es gern genauer wissen und fragte den Tausendfüßler: "Sag mir doch, wie machst du das? Hebst du zuerst dein linkes Bein 73 und dann das rechte 85 und anschließend Bein 15 links und Bein 55 rechts im Wechsel oder in welcher Reihenfolge hebst du deine Beine beim Tanz?" Der Tausendfüßler verstummte, dachte nach und .... konnte nie wieder so bezaubernd tanzen...

Damit möchte ich sagen: Bitte fragt mich nicht, wie ich gute SEO Texte ohne übliche Tools schreibe, SEO Texte die funktionieren und die Spaß machen beim Lesen. Ich mache es einfach 😉

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Tommi & Smilla

Smilla`s Geschichte ist wie ein kleines Wunder - ein Wunder, auf welch wundersamen Wegen sie zu uns gefunden hat.

Am 06.12.2017 - unsere Suse war vor genau einem Jahr gestorben - sah mein Mann auf seiner Facebook Seite einen Beitrag, den eine Facebook Freundin von ihm aus Australien geteilt hatte. Der Ingolstädter Tierschutzverein hatte ein Foto gepostet, auf dem eine kleine Spitzhündin ausgesetzt an einer Bushaltestelle zu sehen war. Es war Nacht, es war kalt, es lag Schnee und die kleine Maus hatte sich an ihrer dicken Eisenkette so weit wie möglich unter die Bank verkrochen. Nun suchte der Tierschutzverein nach Menschen, die die Hündin kannten.

Ich schwöre - sie sah auf dem Bild unserer Suse verteufelt ähnlich und es kam wie es kommen musste. Wir nahmen sofort Kontakt mit dem Tierschutzverein auf und ließen nicht eher locker, bis sie versprachen, dass wir den Hund zu uns nehmen können. Zurück zum Besitzer würde sie eh nicht gelassen und obwohl der Beitrag knapp 2000 mal in ganz Deutschland geteilt wurde, weiß bis heute niemand, wo sie herkam. Als wäre sie vom Himmel gefallen...

Nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Frist ist sie nun seit ein paar Tagen hier und das Wunder geht weiter. Tommi und Smilla mochten sich vom ersten Augenblick an und wo der eine ist, ist die andere nicht weit. Tommi ist ein prima Lehrer und zeigt ihr alles, was sie wissen muss. Nach nur 3 Tagen konnten wir sie schon ohne Leine laufen lassen und dieser erste Moment, in dem Smilla begriff, dass sie frei war und überglücklich mit Tommi über die Felder jagte - dieser Moment wird uns immer im Gedächtnis bleiben.

Nachdem wir nach vielen Jahren von Trixie und Suse Abschied nehmen mussten, ist mit Tommi und Smilla jetzt das Glück zu uns zurück gekehrt. Auf wundersamen Wegen sind sie zu uns gekommen und wir freuen uns auf viele glückliche Jahre mit ihnen.

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Mein Buchtipp # 3

Ich liebe Sachbücher, die informieren ohne zu belehren. Die komplizierte Sachverhalte in klaren und verständlichen Wörtern darstellen. Die auch ernste Themen ansprechen. Die bei allem eine Prise Humor einstreuen. Und die deswegen im Gedächtnis bleiben. Dauerhaft.

Solch ein Buch ist "Wunder wirken Wunder" von Eckart von Hirschhausen. Als Mediziner schreibt er erstaunlich offen über Missstände im Gesundheitswesen, Beweggründe von Krankenkassen und Engstirnigkeiten in der Humanmedizin. Aber auch über Alternativmedizin in all ihren Facetten. Er klärt auf und schenkt dem Leser einen Wegweiser durch das Labyrinth der Medizin. Bei dem der Patient - wir alle - eine entscheidende Rolle spielen können. Es oft genug aber nicht tun.

Und das hat mich am meisten beeindruckt: die Tatsache, wie viel jeder von uns zu seiner eigenen Gesundheit beitragen kann. Mit einfachsten Mitteln, die jeder zur Verfügung hat. Eins der wichtigsten Instrumente: unsere eigenen Gedanken! Ich sage nur - Placebo Effekt...

Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht. Lest selbst und staunt, wie mächtig eure Gedanken sein können.

Viel Spaß beim Lesen!

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Mein Ziel beim Schreiben

Wenn ich für meine Kunden schreibe, habe ich immer deren Ziel und ihre Zielgruppe vor Augen. Ich benutze – wie jeder Texter oder Autor – selbstverständlich meinen „Werkzeugkasten“:

Wortschatz, Grammatik, verschiedene Stile, Gliederung und Absätze – das ganz normale Handwerkszeug eben, das sich jeder gute Texter aufgebaut hat und liebevoll pflegt. Wo möglich, versuche ich IMMER, im Text drei für mich persönlich ganz wesentliche Elemente einzuarbeiten. Elemente, von denen jeder Kunde profitieren kann. Elemente, die meine Texte (vielleicht) einzigartig machen.

1. Show, don`t tell!
Eine Tatsache ist oft langweilig – ein imaginäres Bild im Kopf von der Tatsache viel spannender. Beispiel: „Tom ist verheiratet“ oder „Tom drehte gedankenverloren an seinem Ehering“
Bilder im Kopf eines Kunden zu erzeugen ist ein mächtiges Werkzeug!

2. Der erste Satz
Schwierig und immens wichtig! Oft entscheidet der erste Satz, ob wir weiterlesen oder nicht. Deshalb achte ich auf einen guten Einstieg. Dieser kann witzig, provokant, eine Frage oder eine Behauptung sein – egal was, Hauptsache er geht mit dem anschließenden Inhalt eine Verbindung ein. Am ersten Satz beiße ich mir oft die Zähne aus. Auf Kommando kommt da gar nichts. Ich trage ein neues Projekt einfach eine Weile gedanklich in meinem Kopf spazieren und plötzlich – an den ungewöhnlichsten Orten und zu den unmöglichsten Zeiten – ist er da: der erste Satz! Und mit ihm nicht selten die ganze Story, die dann praktisch „fließt“. Ich hoffe, meine Muse – der ich das verdanke und sie Thea nenne (ihr Einfall, nicht meiner) - lässt mich nie im Stich.

3. Einfache Sprache
Je spezieller das Gebiet, je komplizierter die Sprache. Manchmal können meine Kunden mir nicht in einfachen Worten erklären, was genau sie machen und welche Vorteile sie bieten. Das Problem? Wenn ich es nicht verstehe, verstehen es wahrscheinlich auch andere Menschen nicht. Vielleicht sogar genau die, die mein Kunde ansprechen will. Deshalb bestehe ich darauf, zu verstehen, worüber ich schreiben soll und recherchiere und frage solange nach, bis dies der Fall ist. Anschließend gebe ich es in möglichst einfachen Worten wieder. Der Wunsch nach Verständnis ist bei mir höher als der Wunsch, durch möglichst viele Fremdwörter zu beeindrucken.

Deshalb mag ich auch das Zitat im Bild so gern …

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Genug Zeit für alles Wichtige

Die Zeit rast scheinbar immer schneller, und wir haben immer zu wenig davon. Wie kommt das? Rational betrachtet hat unser Tag heute immer noch 24 Stunden - so wie früher auch. Am reinen Zeitfaktor kann es demnach nicht liegen. Sind die Anforderungen heute also größer geworden? Der Druck, die Termine, die Zeitvorgaben?

Es lohnt sich, hier einmal genauer hinzuschauen. Lothar Seiwert – Deutschlands führender Zeitmanagement Experte – behauptet: „Es gibt keine Zeitprobleme, sondern nur Prioritätenprobleme.“ Stimmt das?

Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich persönlich ihm zustimmen. Ein Tag, ohne zu lesen, ist für mich unvorstellbar. Ein Tag ohne Zeit für meinen Partner? Undenkbar. Keine Zeit, um mit dem Hund Gassi zu gehen? I wo!
Auch ich habe Termine, Zeitvorgaben und hin und wieder Druck – und trotzdem finde ich immer Zeit für das, was mir wichtig ist. Für meine Prioritäten! Damit stehe ich auch nicht allein. Ein guter Freund klagt ständig über Zeitprobleme, geht aber pro Woche mindestens 12 Stunden zum Sport. Warum? Weil der Sport bei ihm eine hohe Priorität besitzt.

Im Arbeitsleben ist man gut beraten, seine Prioritäten so zu setzen, dass das Wichtige erledigt wird, bevor es dringend wird. Das ist effizient, entschleunigt und weitet den Blick für Unwichtiges. Wer vom Großen zum Kleinen arbeitet, schafft mehr und ist weniger gestresst. Die zur Verfügung stehende Zeit bleibt immer gleich - unser Umgang mit ihr ist der entscheidende Punkt, der uns „gefühlt“ mehr Zeit schenken kann.

Ich behaupte hier also ganz mutig: Jeder hat immer genug Zeit für das, was ihm wirklich wichtig ist. Und der ständige Seufzer „Ich habe keine Zeit“ mancher Menschen, ist oft einfach nur eine höfliche Umschreibung für „Ich habe keine Lust“.

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Gefühlschaos

Manchmal fehlen auch mir die Worte. Besonders dann, wenn ich emotional sehr betroffen bin.
Aus diesem Grund füge ich hier ein Zitat von "Pauline Hoffmann" ein - besser könnte ich es nicht ausdrücken:

Die Freude und der Schmerz,
die stritten um die Wette,
wer an des Menschenherz
das größte Anrecht hätte.
Da trat die Lieb` hinzu und sprach:
Oh, lasst das Streiten!
Mein ist das Menschenherz,
ihr sollt es nur begleiten.

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