Ein paar Gedanken zum Mut

Es ist ein erstaunliches Phänomen: Mut zeigen vor allem Menschen, die sich selbst alles andere als mutig finden. Das rührt vermutlich daher, dass sie genau wissen, wieviel Angst sie davor hatten und welch große Überwindung sie das gekostet hat. Dieses Wissen verhindert, dass sie ihre Tat – welche auch immer es war – als mutig erkennen. Und doch ist sie es. Denn letzten Endes bedeutet Mut nicht anderes, als es trotz der Angst davor zu wagen. Alles andere ist kein Mut, sondern Wagemut.

Nehmen wir die Menschen, die sich mit Fallschirm aus dem Flugzeug stürzen. Oder die, die auf einem hauchdünnen Seil über tiefe Schluchten balancieren. Menschen, die nahezu senkrechte Berge erklimmen und andere, die sich mit einem Segelboot auf eine Weltreise durch alle Meere begeben. Sie alle sind in unseren Augen so mutig. Scheinbar. Denn lauscht man ihren Geschichten, wird deutlich, dass Angst ihnen allen fremd ist. Sie lieben das Abenteuer, den Nervenkitzel. Das Adrenalin, das durch ihre Adern strömt. Sie wagen etwas, sie sind wagemutig. Das ist etwas völlig anderes als mutig.

Mein Appell an alle, die glauben, sie seien nicht mutig. Besonders im Vergleich mit solchen Menschen wie eben beschrieben.

Du zeigst Mut, wenn du etwas tust, obwohl du Angst davor hast.

Das kann etwas so unwichtiges sein wie einen Online Kurs zu buchen, sich beim Fitnesscenter anzumelden oder auch nur schlicht einkaufen zu gehen. Es ist völlig egal, wie leicht es anderen fällt – es zählt nur, dass du dich überwunden hast. Klopf dir bitte jedes Mal auf die Schulter und sag dir: Ich habe meine Angst überwunden. Ich war mutig.

Lass dir noch eine Geschichte über mich und meinen Mut erzählen:

Ich bin in den kleinen Situationen des Lebens ängstlich und in den großen mutig. Besser als andersrum.


Als meine Hündin von einem mächtigen Rottweiler gebissen, hochgehoben und zum Schleudern angesetzt wurde, beugte ich mich über den Rottweiler und riss beherzt an seinem Halsband. Der Rottweiler bekam einen Moment keine Luft und meine Hündin plumpste aus seinem Maul. Wir haben alle überlebt.

Als meine Nachbarin umziehen und ihren Hund allein im Haus zurück lassen wollte, startete ich einen Aufruf in den sozialen Medien. Sie sah ihn, klingelte nachts um 12 an meiner Tür, hatte ihren kriminellen Sohn im Schlepptau und bedrohte mich. Ich blieb am Ball und der Hund hat ein neues Zuhause.

Als eine Schulfreundin umkippte und alle schreiend im Kreis um sie herum standen, sprang ich in den Kreis und leistete erste Hilfe bis professionelle kam. Alles ging gut aus.

Wenn du mich allerdings fragst, ob wir uns mal treffen oder einfach so zoomen, wirst du mich zögern sehen.
Sei nicht traurig oder verletzt. Ich brauche all meinen Mut für die entscheidenden Situationen im Leben.
Es könnte auch mal eine in deinem Leben geben und dann wirst du vielleicht froh sein, Menschen wie mich an deiner Seite zu wissen.

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Persönliche Weiterentwicklung

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mein 7jähriges Jubiläum mit meiner Website “Ich schreibe für Sie” gefeiert habe. Genau genommen nur ein paar Monate – im Mai 2021. Im September 2021 erkannte ich vor allem durch die liebevollen Reaktionen anlässlich meines Jubiläums, dass ich eine deutliche persönliche Weiterentwicklung gemacht habe.

War ich zuvor eine schüchterne Person, die sich hinter ihrem Unternehmensnamen versteckt hat, galt ich jetzt in den Augen vieler Menschen als einzigartige Person, deren Namen es sich lohnte zu merken. Und tatsächlich erkannte ich selbst, dass ich mutiger wurde. Mich mehr zeigte und mit meiner Person zu dem stand, was sie schrieb. Insbesondere meine Community auf LinkedIn – in dessen Netzwerk ich seit Februar 2021 aktiv bin – zeigte mir ganz offen, wo der Weg hinging. Sie hatten null Ahnung von meinem Unternehmen und dessen Namen, wussten aber, dass ich eine Texterin bin und suchten mich unter meinem Namen. Das muss man sich mal vorstellen! Ich werde unter meinem Namen gesucht!

Diese Erkenntnis versetzte mich in einen rauschhaften Glückszustand, dem sogleich eine weitere Erkenntnis folgte. Ich trete aus dem Hintergrund hervor und werde als Unternehmen mit meinem Namen sichtbar. Eine neue Website muss her, eine unter meinem Namen.

Zum Glück weiß ich selten im Voraus, was da alles auf mich zukommt. Ich lasse die Dinge geschehen und arbeite in meinem Tempo und meiner Lernfähigkeit. Zeit spielt keine Rolle. Und so sitze ich nun hier – im November 2021 – und bereite den Relaunch meiner Website im Jahr 2022 in aller Ruhe und Liebe vor. Technische Unterstützung habe ich bei Patrick Jobst gefunden – ein Webbegleiter genau nach meinem Geschmack. Denn er macht mich nicht abhängig von sich, sondern sorgt behutsam dafür, dass ich mich in meinem digitalen Zuhause selbst bestens auskenne. Weiß, wann was wo zu tun ist und wie ich was mit welchen Tools umsetzen kann. Dieses Gefühl der Freiheit bei der eigenen Website ist für mich unbezahlbar. Und wenn er mir schreibt, dass zwischen meiner ersten technischen Frage an ihn und meinen heutigen Überlegungen mindestens eine Galaxie liegt und er beeindruckt von meiner Lernkurve ist, macht mich das sehr glücklich.

Wir alle entwickeln uns persönlich weiter, Tag für Tag. Es ist schön und tut gut, sich dessen einmal so richtig bewusst zu werden.

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Buchtipp 7 – Die Bücherdiebin

Als ich dieses Buch vor vielen Jahren zum ersten Mal las, war mir gleich klar: Das wird mein Buchtipp 7 – Die Bücherdiebin von Markus Zusak. Ich entdeckte es in meiner Bücherei in der Kategorie “Jugendliteratur” und dachte mir so: Ok, warum nicht. Und dann fing ich an zu lesen und konnte gar nicht mehr aufhören …

Der Tod erzählt hier eine Geschichte und sie ist schwer zu lesen. Wann wäre es das nicht, wenn von Tod, Verlust, Trauer und Einsamkeit die Rede ist. Eigenartigerweise erscheint der Tod als Erzähler hier aber nicht einmal der schlimmste Bösewicht zu sein. Nein, es sind wir: die Menschen.

Die Geschichte von Liesel – der Bücherdiebin – die von ihrer Mutter Rosa Habermann “Saumensch, du dreckiges” genannt und doch über alles geliebt wird, trifft mitten ins Herz. Sie bringt eine zutiefst dunkle Vergangenheit in unserem Land unerträglich lebendig wieder hervor. Der Krieg, die Flucht, das Verstecken und das Schweigen. Aber auch den Mut, den Widerstand, die Scham und die Liebe. Wir treffen neben Liesel und ihren Eltern Rosa und Hans Habermann auch auf Rudi. Und Max. Und vergessen keinen von ihnen jemals wieder. So wie die Schrecken dieser Zeit auch niemals vergessen werden dürfen. Ein Meisterwerk von Buch, dass ich wegen seiner Kostbarkeit ganz langsam und bedächtig gelesen. Es ist weniger Empfehlung als vielmehr Appell, wenn ich es dir hier ans Herz lege.

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Jubiläumsmagazin

Ein ganz besonderes Jubiläum

Hätten mich im Juni 2021 nicht so viele Glückwünsche zu meinem Jubiläum erreicht, ich hätte glatt vergessen, dass ich als Texterin mit „Ich schreibe für Sie“ schon seit sieben Jahren unterwegs bin.

Was für eine wilde und verflixt schöne Zeit!

Da meine geschätzte Kollegin Stefanie Schmid auch Magazine für so kleine Unternehmen wie meins anbietet, lag der Gedanke nahe, diese sieben Jahre schriftlich in einem Magazin festzuhalten.

Was zunächst als Dankeschön an meine Kund:innen gedacht war, entwickelte sich vor allem als wunderbare Reise für mich selbst. Sich zu erinnern, wie alles anfing. Sich vor Augen zu führen, mit welch großartigen Menschen ich schon zusammenarbeiten durfte. Sich bewusst zu machen, welche Hürden ich gemeistert habe. Gewachsen bin und sichtbarer wurde.

Ich hatte so vieles schon wieder vergessen. Beim Schreiben des Jubiläumsmagazins hat mich ein überwältigendes Gefühl der Dankbarkeit und des Stolzes erfasst. Im Prinzip habe ich mir damit selbst das schönste Geschenk gemacht. Und das gedruckte Exemplar mit einem kleinen persönlichen Brief an alle meine Kund:innen geschickt.

Die Resonanz von diesen wiederum war wunderbar. Sie haben mich angeschrieben und angerufen, sie haben mir ein Video geschickt und sich in den sozialen Medien bei mir bedankt. Gut, dass ich beim Anblick gesessen habe, es hätte mich glatt vom Stuhl gehauen.

Und so blicke ich voller Freude und Glück dankbar zurück und freue mich auf das, was die Zukunft mir bringt. Eine völlig überraschende Erkenntnis war das unmittelbare Resultat dieses Magazins und markiert einen deutlichen Wendepunkt in meinem Business. Aber dazu später im Jahr mehr, das Baby muss erst in trockene Tücher gelegt werden. Aber seid gewiss – es wird wunderbar 💚

Das Magazin kann hier angeschaut werden.

Auf Wunsch verschicke ich es gern in Printform.

 

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Nein zu sagen bringt Klarheit

Zu wissen, was man nicht will und nicht kann, ist das wertvollste Learning. Für mich. Dazu sage ich „Nein“:  
  • Websites erstellen
  Dafür gibt es zu Recht Profis. Ich gehöre nicht dazu. Ich schreibe Texte für Websites und pflege sie auch gern direkt dort ein. Die eigentliche Seite selbst zu erstellen liegt außerhalb meiner Kompetenz. In dem Fall brauchen wir – Sie und ich – eine weitere Person zur Umsetzung. Entweder Sie kennen eine solche Person oder ich empfehle Ihnen eine.
  • Design & Grafik
Ein faszinierendes Thema, zu dem mir leider jeglicher Zugang fehlt. Kleine Bilder passend zu einem Social Media Beitrag sind kein Thema. Für die Gestaltung zum Beispiel eines Produkt Flyers gilt oben genanntes: Text von mir sehr gern, alles andere legen wir in die Hände eines Profis.
  • Hellsehen
Kunden, die mir sagen: „Schreiben Sie mir mal was Schönes“ und dann jegliche Nachfrage meinerseits mit „das weiß ich selbst noch nicht so genau“ beantworten, werde ich leider nie glücklich machen können. Das mag sich hier wie ein Witz lesen, ist aber tatsächlich so schon passiert. Ich kann mich in der Tat gut in jeden Menschen und dessen Situation hineinversetzen, die Fähigkeit zum Hellsehen besitze ich dennoch nicht.
  • Bücher schreiben
Ich habe es wirklich versucht – es geht nicht. Vor allem deswegen nicht, weil es mir „zu viel“ und „zu nah“ ist und mir zudem jegliches Wissen rund um eine Veröffentlichung fehlt. Wer also ein Buch schreiben will, findet in mir nicht die richtige Partnerin für sein Projekt. Ausnahme: Mir sehr gut persönlich bekannte Personen, die entweder nur kleinere Geschichten aus ihrem Leben erzählen wollen oder ihr Werk ausschließlich für ihre Nachkommen schreiben. Rein privat. Ihnen gilt meine Unterstützung und Dank für das Vertrauen.
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Everybody`s Darling is Everybody`s Fool

In einer Diskussion in den sozialen Medien zum Thema „Aufmerksamkeitsspanne – Ein Problem der jüngeren Generation?“ kommentierte ein CEO in den Feed meines Kontaktes:

„Es ist immer ein Problem, wenn man nur Puderzucker in den Hintern geblasen bekommt, statt auch einmal eine deutliche Ansage, sich auf etwas zu konzentrieren“.

Etwas geschockt wollte ich verstehen, warum der CEO einer ihm unbekannten Person, die deutlich jünger als er selbst und zudem noch neu im Netzwerk war, derart bissige Kommentare schreibt. Und startete einen privaten Chat:

 

„Eine durchaus ernstgemeinte Frage: Ihre Kommentare haben immer Pfeffer in sich und sind etwas „böse“. Ist mir mehrfach aufgefallen, deswegen frage ich: Absicht? Oder erachten Sie wertschätzende Kommunikation als überflüssig?“

„Absicht.“

„Warum?“

„Warum nicht?“

„Eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten ist wenig hilfreich.“

„Gloria Gaynor hat das 1984 in einem ihrer Lieder – I am what I am – gut mit einem Text beschrieben.“

„Ich kenne den Song und auch den Text. Finde ich gut. Ich bin auch, was ich bin. Schreie ich zwar nicht, lebe es aber. Jeden Tag. Und finde halt bei manchen Ihrer Kommentare „I think it`s hurtful“ und Sie „I think it`s pretty“

„Everybody`s Darling is Everybody`s Fool.“

„Stimmt.“

„Sicher?“

„Natürlich! Wieso?“

„Weil ich einen anderen Eindruck habe.“

„Das täuscht. Wenn`s drauf ankommt, kann ich sehr deutlich werden. Ich stoße nur ungern andere Menschen ohne Grund vor den Kopf. Zwischen klar und deutlich und Pfeffer und böse gibt es einen Unterschied …“

 

Zack, weg war der CEO.

 

Die Menschen, die ihre Meinung anderen Menschen unverblümt und bissig  um die Ohren hauen, sind oft genau die Menschen, die beim kleinsten Gegenwind beleidigt die Segel streichen.

 

Da plädiere ich doch lieber für eine achtsamere Kommunikation von Anfang an. Auch in den sozialen Medien, auch wenn mir das Gegenüber nicht bekannt ist, auch wenn ich einen anderen Standpunkt vertrete. Dann kann es immer noch passieren, dass ich nicht als Liebling wahrgenommen werde, als Idiot allerdings auch nicht. 

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Achtsame Kommunikation

Kommunikation ist hin und wieder ein Minenfeld. Selbst im direkten Dialog kommt es oft vor, dass etwas nicht richtig verstanden wird oder ein Ausdruck in den falschen Hals gerät. Passiert das im persönlichen Gespräch, kann das Missgeschick schnell aufgeklärt werden. Entweder, weil das Gegenüber direkt nachfragt oder aber, weil wir am Gesichtsausdruck des Gegenübers erkennen, dass hier etwas „so doch gar nicht gemeint war“ und wir schnell einhaken und beschwichtigen können.

Schriftlich sieht die Sachlage ganz anders aus.

Umso wichtiger ist es, seine Worte mit Bedacht zu wählen. Nicht zu vergessen, dass wir unser Gegenüber nicht sehen und erkennen können, wie die Nachricht aufgenommen wird.  Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wird in Zeiten digitaler Kommunikation oft genug sträflich vernachlässigt.

Mir wurde zum Beispiel in einem Kommentar auf den sozialen Medien ein schnödes „Du hast es offenbar immer noch nicht verstanden!“ entgegen geknallt. Es ist schnell getippt, wurde vermutlich genauso gedacht und war vielleicht auch gar nicht so verletzend gemeint. Ich werde es nie wissen, denn ich war verletzt, habe die Kommunikation abgebrochen und den Kontakt fortan gemieden.

Sicher trägt auch mich eine Mitschuld, denn ich hätte ja durchaus noch einmal nachfragen können. Nur machte mir die Wortwahl und das Ausrufezeichen (es schreit!) eine andere Reaktion unnötig schwer. Ein: „Ich habe den Eindruck, du hast mich noch nicht richtig verstanden“ wäre deutlich freundlicher und weniger verletzend gewesen.  

Lasst uns alle miteinander darauf achten, in unser schriftlichen Kommunikation Worte zu wählen, die Türen öffnen, anstatt sie uns gegenseitig vor den Kopf zu knallen. Auch wenn du die Person am anderen Ende weder siehst noch persönlich kennst – es ist ein Mensch wie du auch. Und möchte ebenso behandelt werden wie du selbst.

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Ghostwriting

Ghostwriting hat ein fragwürdiges Image. Ist es nun Betrug oder nicht, eine auftragsmäßige Anfertigung von Texten gegen Entlohnung anzubieten?

Das OLG Frankfurt hat in seinem Grundsatzurteil aus dem Jahr 2009 entschieden, dass eine Vereinbarung wie folgt nicht zu beanstanden sei: „Der Ghostwriter verpflichtet sich zum Verschweigen der eigenen Urheberschaft, dem Auftraggeber wird gestattet, die Texte als seine eigenen zu veröffentlichen. Das gelte auch für das akademische Ghostwriting.“

In dem Punkt bin ich anderer Meinung.

Wenn ich gebeten werde, eine Masterarbeit zu schreiben, mit allem, was dazugehört inkl. Recherche, lehne ich das ab. Weil es meine geistige Arbeit ist, die jemand anderes als seine eigene ausgeben möchte. Und dafür unter Umständen ein Diplom oder eine Auszeichnung verdient, für die er oder sie rein gar nichts getan hat. Das kann ich nicht mit meinem moralischen Empfinden vereinbaren.

Bekomme ich hingegen eine grobe Skizze der Masterarbeit mit wichtigen Eckdaten und es geht nur noch um Struktur, Form und sprachliches Geschick, unterstütze ich gern.

Möchte jemand ein Buch schreiben und erzählt mir den Inhalt, den ich schriftlich formulieren soll, ist das ok. Möchte jemand, dass ich seinen Social Media Kanal mit Inhalt fülle und teilt mir in Stichpunkten mit, was er oder sie sagen will, ist das ok. Möchte jemand, dass ich ein Referat zu einem Thema erstelle ohne weitere Unterstützung, ist das nicht ok.

Ghostwriting – wie ich es verstehe und anbiete – bedeutet:

Den geistigen Input leisten die Auftraggeber:innen, die praktische Umsetzung und Unterstützung leiste ich. Nicht mehr und nicht weniger.

Nur dann kann man auch jeglichen Streitereien geschickt aus dem Weg gehen. Nicht alles, was rechtlich möglich ist, muss man auch für richtig erachten …

Übrigens:

Die Urheberpersönlichkeitsrechte liegen immer bei den Autor:innen. Sie können nach deutschem Recht nicht abgegolten werden. Auftraggeber:inen erwerben lediglich Nutzungsrechte.

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Interview

Ein Interview ist für mich nichts Alltägliches und entsprechend dankbar bin ich Stefanie Schmid für die überraschende Anfrage.

  1. Sabine, du bist Texterin und schreibst überwiegend für Kunden aus der Wasserbetten-Branche. Wie bist du dazu gekommen dich auf diese Kund:innen zu spezialisieren?

Seit 2006 arbeite ich in Teilzeit für den Fachverband Wasserbett. Als Geschäftsstelle und Pressestelle des Verbandes habe ich über die Jahre ein großes Netzwerk in der Branche aufbauen können, und viele Fachhändler und Hersteller kenne ich auch persönlich.

Ich erinnere mich genau, wie erstaunt ich war, als 2011 eine Fachhändlerin mit einer Bitte an mich herantrat. Sie brauchte eine neue Website und wollte die Texte gern von mir geschrieben haben. Sie erzählte mir, dass sie meine Arbeit für den Verband sehr schätze und die von mir verfassten Texte schlicht genial fände. Ob sie mich bitte privat als Texterin engagieren könne? Verdattert sagte ich zu und machte mich begeistert an die Arbeit. Etwa ein Jahr später kam der zweite Auftrag, wieder ein Fachhändler aus der Wasserbetten Branche. Er hatte die neue Website besagter Fachhändlerin gesehen und wollte von mir gern Blogbeiträge zum Thema. Ob das ginge und er mich privat als Texterin engagieren könne? Klar ging das.

Zu dem Zeitpunkt habe ich mir zum ersten Mal überlegt, ob das nicht ein weiteres Standbein für mich sein könne. Als 2014 mein bisheriges zweites Standbein wegen Geschäftsaufgabe des Wasserbetten Studios wegfiel, wagte ich den Sprung in die nebenberufliche Selbständigkeit und meine erste Website ging im Mai 2014 online.

Seither wächst mein kleines Unternehmen stetig, ohne dass ich je explizit Werbung gemacht hätte. Als introvertierter Mensch liegt mir das nicht und überhaupt dauerte es eine Weile zu erkennen, dass das – was man selbst so gern macht und es einem auch so leichtfällt – für andere wirklich von unschätzbarem Wert ist. Heute bin ich stolz auf meinen treuen Kundenstamm und wenn ich wollte, könnte ich auch hauptberuflich als Texterin arbeiten. Das möchte ich aber nicht, denn ich bin dem Fachverband Wasserbett – durch den alles erst ins Rollen kam – von Herzen dankbar und liebe meine Arbeit auch dort. 2 Herzensjobs sozusagen, ich bin wirklich vom Glück gesegnet.

  1. Was gefällt dir persönlich am Thema Wasserbetten so besonders gut?

Wasserbetten sind für mich viel mehr als ein Schlafsystem unter vielen. Sie sind in ihrer Funktion einzigartig und verändern das Leben nachhaltig zum Positiven. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Seit ich in einem Wasserbett schlafe (2003) sind meine jahrelangen Rückenbeschwerden wie weggeblasen.

Es ist unfassbar, wieviel mehr Energie und Lebensfreude einem das schenken kann. Die Erfahrung teilen übrigens viele Fachhändler aus der Branche. Und auch das mag ich – dieses daraus resultierende Gefühl, Gutes – das einem selbst widerfahren ist – an andere weiterzugeben.

Wasserbett Händler sind keine Verkäufer im klassischen Sinn, sie sind Schlaf Experte, Physiotherapeut, Psychologe und Verkäufer in einem. Sie schenken den Menschen mit ihrem Produkt ein erfülltes Leben. Und das wiederum erfüllt mich mit immerwährender Freude und Begeisterung.

  1. Du nutzt das Thema „Storytelling“ für deine Texte. Was ist Storytelling und warum sollte jede:r Geschichten erzählen?

Storytelling ist eine Methode, beim Schreiben eine Geschichte zu erzählen, Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen. Ihn Emotionen fühlen zu lassen. Ihn zu „packen“ und aufmerksam bis ans Ende zu begleiten. Reine Fakten sind ermüdend und werden noch dazu wenig erinnert. Bereichern wir die Fakten mit Emotionen sieht die Sachlage ganz anders aus. Wir erinnern uns. Das ist auch der Grund, warum Storytelling für Texter so ein geniales Tool ist. Jeder Kunde von uns wünscht sich schließlich, dass unser Text dazu beiträgt, dass sein Unternehmen erinnert wird, aus der Masse heraussticht, einzigartig wird. Mit Storytelling gelingt es nach meiner Überzeugung und Erfahrung deutlich besser.

  1. Storytelling und Wasserbetten – wie passt denn das und welche Geschichten erzählst du denn über dein Lieblingsthema Schlafen im Wasserbett?

Storytelling funktioniert in jedem Bereich. Da ist das Wasserbett keine Ausnahme. Nehmen wir als Beispiel die oft geäußerte Sorge, ein Wasserbett könne doch ganz sicher nicht in das zweite Obergeschoß eines Hauses ins nur 12qm große Schlafzimmer gestellt werden. Da bräche doch mit Sicherheit die Decke durch, oder?

Antworte ich nur mit Fakten, sieht das etwa so aus: „Ein Wasserbett weist ein durchschnittliches Gewicht von 200 kg / m2 auf, für ein Doppelbett kommt man so auf ein durchschnittliches Gewicht von 800 kg. Gehen wir also – mit Personen darin – von einer Tonne aus. Die normale Verkehrslast in Wohnräumen beträgt laut DIN mindestens 200 kg / m2, und zwar für jeden einzelnen Quadratmeter des Raumes. Ihr Schlafzimmer könnte demnach mit 2400 kg belastet werden, das Wasserbett stellt also kein Problem dar.“

Die Erklärung kann ich mir aber sparen, denn spätestens beim Wort „Tonne“ ist jeder Leser entsetzt, schlägt die Hände vor die Augen und schreibt den Wunsch nach einem Wasserbett ganz schnell in den Wind.

Besser ist diese Antwort: „Das Gewicht eines Wasserbettes ist vergleichbar mit folgender Situation: Sie planen eine Familienfeier mit 8 Personen. Tisch, Stühle sowie 8 Personen mit durchschnittlichem Gewicht wiegen sogar mehr als ein Wasserbett. Würden Sie also aus Sorge um die Belastbarkeit Ihrer Decke Ihren Onkel Leopold – der viel Mensch auf die Waage bringt – lieber ausladen? Na sehen Sie! Das brauchen Sie ebenso wenig, wie Sie sich Sorgen um das Gewicht eines Wasserbettes machen müssen. Das steht sicher in jedem Raum – auch in Ihrem.“

Diese kleine Geschichte wirkt und beseitigt jeden Zweifel besser als noch so schlaue faktische Zahlen. Und jeder kennt einen Leopold in seiner Familie. Storytelling eben …

  1. Welche Tipps hast du für alle Selbstständigen, die ihr Thema gerne mit Storytelling umsetzen wollen, aber nicht wissen, wie sie anfangen sollen?

Für die Beantwortung dieser Frage habe ich wirklich lange nachgedacht, denn ich fühle mich nicht berufen, andere zu „unterrichten“. Es gibt gute Bücher über Storytelling, aus denen man theoretisch viele Impulse ziehen kann. Wichtiger erscheint mir hingegen die Praxis. Und für die kann ich gern die für mich wichtigsten Punkte hier weitergeben:

  • Frage immer nach dem WARUM. Die Antwort auf die Frage nach dem „warum“ enthüllt deine Story. Bleib in dem Punkt sehr hartnäckig und beharre auf einer Antwort. Kommt keine, gibt’s keine Story und dann ist die Frage, ob dieser Kunde wirklich „dein“ Kunde ist …
  • Höre aufmerksam zu. Unterbrich deinen Kunden nicht, lass ihn erzählen und bring ihn mit geschickten Fragen dazu, mehr zu erzählen.
  • Empathie ist hilfreich. Du musst in der Lage sein, dich in die Situation deines Kunden hineinversetzen zu können. Nicht nur in das, was er ausspricht, sondern auch in das, was er fühlt. Du kannst es an seinem Tonfall, seiner Wortwahl und seiner Redegeschwindigkeit erkennen. Je schneller und flüssiger jemand erzählt, einfache Wörter benutzt und die Stimme höher wird, desto begeisterter ist er gerade. Und desto wichtiger ist gerade dieser Teil des Gespräches für dich.
  • Übe mit alltäglichen Situationen. Schreibe eine Begebenheit aus deinem Alltag auf und lies sie der Person vor, die sie gemeinsam mit dir erlebt hat. Wenn sie aufmerksam zuhört und ein lebendiges Minenspiel hat, hast du deine Sache gut gemacht.
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Werte, auf die ich Wert lege

Werte, auf die ich Wert lege und die ich selbst lebe:

KOMMUNIKATION

Miteinander kommunizieren ist die Voraussetzung, um miteinander arbeiten zu können. Klingt logisch? Ist es auch, und dennoch ist Kommunikation manchmal so schwer. Da ist man nicht ganz zufrieden, traut sich aber nicht, es zu sagen. Da möchte man etwas, rückt aber nicht mit der Sprache raus. Da antwortet man nicht auf eine Frage, weil man gerade anderes zu tun hat. Kann alles vorkommen, sollte nur nicht zur Gewohnheit werden. Ich bevorzuge klare Worte – beim Geben und beim Empfangen. „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ gilt nicht, wenn man gemeinsam etwas erreichen will.

ZUVERLÄSSIGKEIT

Eine Frau, ein Wort – das ist mein Motto. Wenn ich etwas zusage, halte ich das auch. Wenn mir etwas dazwischenkommt, sage ich Bescheid. Wenn ich etwas nicht kann, gebe ich das offen zu. Mein Gegenüber darf klar wissen, auf was es sich verlassen kann. Umgekehrt wünsche ich mir das auch.

WERTSCHÄTZUNG

Das bedeutet für mich nicht, dass wir uns gegenseitig auf die Schultern klopfen und uns unsere Genialität ständig bestätigen müssen. Wertschätzung verstehe ich als eine Art Geisteshaltung. Eine grundlegende Einstellung, die aus Höflichkeit, Respekt, Anerkennung, Vertrauen, Verständnis und Wohlwollen allen anderen Menschen gegenüber besteht. Neid, Misstrauen und Missgunst haben da keinen Platz.

 

Diese drei Werte sind mir in der Tat sehr wichtig, im privaten ebenso wie im geschäftlichen Bereich. Schwächelt jemand in einem Bereich, ist das kein großes Thema. Schwächelt jemand in allen drei Bereichen, werde ich weder als Freund noch als Texterin zur Verfügung stehen. Hart, aber ehrlich.

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Stammkunde oder neuer Kunde: Wer bekommt mehr Aufmerksamkeit?

Ganz gleich, wo ich schaue, es ist überall so: Neue Kunden bekommen einen „Rabatt“, Stammkunden gehen leer aus. Auf den ersten Blick erscheint das logisch. Ohne neue Kunden kein Wachstum, und mit Rabatt eine höhere Chance auf einen neuen Kunden. Natürlich werden auch Stammkunden besondere Angebote offeriert – meistens aber genau dann, wenn man schon längere Zeit keinen Kontakt mit dem Unternehmen mehr hatte. Man wird also belohnt, wenn man kein treuer und regelmäßiger Kunde ist …

Mich hat das schon immer gestört. Es impliziert eine Denkweise, die auf „Masse statt Klasse“ und „Quantität vor Qualität“ beruht. Der Antrieb ist primär „Wachstum“, und „Pflege“ ist sekundär. Wertschätzung wird eingeteilt – die einen bekommen sie, die anderen nicht. Das alles ist ganz und gar nicht meine Philosophie. Denn ich finde:

  • Der Stammkunde ist dein wichtigstes Kapital. Diese Beziehung sollte gehegt und gepflegt werden wie eine zarte Pflanze. Umso stärker wird das Wachstum und die gegenseitige Freude aneinander sein.
  • In schwierigen Zeiten ist der Stammkunde sogar die tragende Säule deines Unternehmens. Er kennt dich und fühlt sich mit dir verbunden. Das bindet …
  • Der Stammkunde ist die beste Werbung, die du je bekommen wirst – und das komplett ohne Kosten. Allein aus dem Grund ist ein Stammkunde unbezahlbar und unendlich wertvoll.

In der Praxis verfahre ich deswegen so:

Neue Kunden zahlen den regulären Preis, Stammkunden einen etwas geringeren. Wird ein neuer Kunde zu einem Stammkunden, teile ich ihm nach einer gewissen Zeit mit, dass er nun von meinem Stammkunden Tarif profitiert und die Kosten um Faktor x sinken.

Ich belohne Kunden für ihre Treue, nicht für ihre Distanz.

Und die Erfahrung zeigt: Es ist für mich der richtige Weg. Mein Stammkunden Kreis wächst und wächst – durch neue Kunden, die mir gern treu bleiben. Weil es sich für sie lohnt. In jeder Hinsicht.

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Was bedeutet das Wort Hilfe für dich?

Helfen ist etwas Gutes. Es bedeutet: Jemand leistet uns Hilfe, bietet uns Beistand, weist Hilfe an oder eilt uns zu Hilfe. Wenn wir um Hilfe bitten, einen Rat brauchen, Trost nötig haben oder die Kontrolle verlieren. Es gibt humanitäre, medizinische, staatliche und finanzielle Hilfe.

Bedeutet Hilfe zwangsläufig, dass sie kostenfrei ist? Oh nein, und dennoch ist genau das – kostenlose Hilfe – in unserem Unterbewusstsein verankert. Dass Hilfe – wird sie uns freiwillig angeboten – kostenfrei ist. Sonst würde es anders genannt. Oder?

Konkretes Beispiel:

Wegen des Lockdown bietet der Staat den Gewerbetreibenden finanzielle Hilfe an. Es ist nicht ihr Verschulden, dass sie schließen müssen, keine Umsätze machen, die Ausgaben aber weiterlaufen. Als Entschädigung für diese Einbußen hilft der Staat mit finanziellen Mitteln. Nett, oder? Wenigstens ein kleiner Lichtblick für die Betroffenen. Jeder von ihnen – mit dem ich gesprochen habe – hat die Aussagen exakt so verstanden. Auch diese Hilfe ist kostenfrei.

Soweit die Annahme, nun zur Realität.

Tatsächlich bekamen die Betroffenen finanzielle Unterstützung im Frühjahr 2020. Zusammen mit einem Schreiben, in dem aufgeführt wurde, wofür das Geld verwendet werden durfte (Miete, Krankenversicherung etc.). Kurze Zeit später ein weiteres Schreiben mit Korrekturen und Einschränkungen. Der zu unterzeichnende Vertrag umfasste mehrere Seiten in kleiner Schrift. Und irgendwo in diesem Wörter Dschungel ist dann zu lesen, dass die finanzielle Unterstützung zurückzuzahlen ist. Ob in voller Höhe oder nur in Teilen, bleibt ungewiss und kann sich noch ändern. Nix da mit kostenfreier Hilfe. Im zweiten Lockdown verzichten viele deswegen auf diese Form der „Hilfe“ …

Was mich empört:

Wenn doch von vornherein klar ist, dass die staatliche finanzielle Hilfe als Kredit gemeint ist, warum wird das dann nicht klar kommuniziert?! Als geschulter Redner weiß man sicher, wie welches Wort allgemein verstanden wird. Und wenn man dennoch Hilfe statt Kredit wählt – wird das dann ganz bewusst gemacht? Als Verfechterin klarer Worte sage ich dazu nur: „Pfui“ …

 

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