Persönlicher Blog

In meiner öffentlichen Arbeit schreibe ich für verschiedene Personen und Unternehmen. Die Themen sind naturgemäß vorgegeben. Hier – in meinem persönlichen Blog – schreibe ich über das, was mir ganz persönlich am Herzen liegt. Das sind vor allem zwischenmenschliche Themen oder auch meine Meinung zu aktuellen Geschehnissen aus der Welt. Das Bedürfnis zu schreiben ist ein unstillbares. So entstand die Idee zu diesem Blog. Alles, was mich berührt und bewegt und worüber ich nachdenke; Erkenntnisse, die ich für mich gewonnen habe und Eindrücke, die ein schriftliches Festhalten verdienen – all das wird in diesen Blog Einzug halten. Mir selbst wird der Blog vor allem Freude bereiten. Er ist weder auf Profit noch auf Werbung ausgerichtet. Vielmehr sind Sie eingeladen, mich hier ein wenig besser kennenzulernen, indem ich Sie an meinen Gedanken und meiner Einstellung teilhaben lasse. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude!

Liebe stirbt nicht

Als ich 15 war, bin ich per Anhalter durch die Gegend gesaust. Bedeutet: An die Straße stellen, Daumen raus und ins nächstbeste Auto springen, das anhält.

Zu der Zeit war es noch nicht normal, dass Kinder/Jugendliche den elterlichen Shuttle Service wie selbstverständlich in Anspruch nehmen. Ja, es war noch nicht einmal normal, dass jeder Haushalt überhaupt mindestens ein Auto besaß. Unfassbar!

Wollte man als Kind von A nach B, hatte man nur 3 Möglichkeiten:

  • Zu Fuß gehen (aber das dauerte eindeutig zu lang)
  • Mit Bus oder Rad fahren (aber das machten nur die uncoolen Mädels)
  • Trampen! – DAS machten die coolen Mädels.

Ich war ein cooles Mädel und mögliche Gefahren (Entführungen, Vergewaltigungen, Belästigungen) kamen mir gar nicht in den Sinn. Jugendlicher Leichtsinn eben. Meine Eltern waren natürlich nicht begeistert, und während meine Mutter (erfolglos) mit mir stritt, sagte mein Vater gar nichts zu dem Thema. Stattdessen handelte er.

Jedesmal, wenn ich mich an die Straße stellte, folgte er mir unauffällig, kauerte sich hinter einen Busch oder eine Hausecke und notierte das Autokennzeichen von dem Auto, in das ich einstieg. Natürlich blieb mir das nicht verborgen – wie denn auch, wenn man im Rückspiegel den eigenen Vater mit Block und Stift bewaffnet hektisch kritzeln sieht – aber angesprochen habe ich ihn nie darauf. Ich erinnere mich an ein diffuses Gefühl bei meiner Entdeckung. Irgend Gemisch zwischen peinlich, glücklich und sicher. Sollte jemand Böses mit mir im Sinn haben, könnte mein Vater ihn zumindest im Nachhinein identifizieren. So waren wohl meine naiven Gedanken.

Wenn ich heute an diese Situationen denke, spüre ich vor allem eine allumfassende Liebe und Fürsorge, die mich – obwohl mein Vater schon unfassbare 31 Jahre tot ist – noch heute wärmt und schützt wie eine kuschelige Decke und eine liebevolle Umarmung. Und mir das Gefühl gibt, dass mein Paps – wann immer ich an ihn denke – noch heute seine schützende Hand über mich hält.

Das Foto zeigt meinen Vater und mich und ich liebe es unendlich. Sieht man doch schon dort, was mein Vater mit jeder Faser seiner Person ausstrahlte: Liebe! Und die stirbt nicht.

See you in heaven, Papa …

5 Jahre – Ich schreibe für Sie

Wer hätte das gedacht?

Mit über 50 den Schritt in die Selbständigkeit wagen, ohne bis ins letzte Detail erarbeiteten Business Plan, ohne Startkapital, ohne groß angelegte Werbung und ohne externe Unterstützung – ich habe es gewagt!

Gut, Sicherheit hatte ich durch eine Mini Teilzeit Anstellung beim Fachverband Wasserbett. Eine Arbeit, die ich niemals aufgeben wollte, weil ich sie liebe. Trotzdem hätte ich – wäre Sicherheit mein höchstes Gut gewesen – nach Kündigung wegen Geschäftsaufgabe meiner damaligen zweiten Arbeitsstelle einen anderen Weg gehen können und mir schlicht eine neue Firma suchen können. Habe ich aber nicht.

Stattdessen habe ich mich mit dem selbständig gemacht, was ich für jeden Arbeitgeber - ohne dass es konkret in mein Aufgabengebiet gefallen wäre - gern und kostenlos gemacht habe: Texte schreiben. Jegliche schriftliche Kommunikation lag binnen kürzester Zeit in meiner Hand, weil "Sie es einfach perfekt können." Nach zusätzlichen Weiterbildungen habe ich es gewagt und meine offensichtliche Berufung zum Beruf gemacht: 

Im Mai 2014 ging meine erste Website online und seither bin ich Schritt für Schritt auf meinem Weg nach vorne gegangen. Heute blicke ich fast erstaunt zurück auf diese phantastische Reise. Und dankbar! Das vor allem!

Dankbar, dass ich das tun darf, was mir tägliche Freude bereitet und anderen Menschen ihre Arbeit erleichtert. Dankbar, dass Menschen meine Arbeit wertschätzen und durch sie ihr Unternehmen weiter voranbringen. Dankbar, dass ich – vermutlich, weil ich mich nie verstelle – genau die Kunden anziehe, mit denen ich ganz wunderbar zusammenarbeiten kann. Dankbar, dass es wie durch ein Wunder von ganz allein immer weiter geht und neue tolle Kunden auf mich zukommen, weil bestehende Kunden mich weiterempfehlen.

Ich erinnere mich, dass ich damals mit Begeisterung das kleine Büchlein von Samuel Woitinski gelesen habe: „Tu was du liebst – und trau dich Geld zu nehmen!“ Direkt am Anfang des Buches konnte man eine Liste ausfüllen und die Angaben dort ergänzen.

„Meine Arbeit schafft …“

„Meine Arbeit fördert …“

„Meine Arbeit erleichtert …“

„Meine Arbeit spart …“

und so weiter.

Spätestens nachdem ich diese Liste ohne Nachdenken ganz flüssig und konkret ergänzen konnte, war mir klar: Ich schaffe das, weil meine Arbeit ganz konkrete Werte hat. Ich hatte es ja sozusagen schwarz auf weiß. Die Liste habe ich heute noch. Also:

Wer hätte das gedacht? Ich habe das gedacht und es war richtig so.

Ich liebe, was ich tue!      

Positionierung – Ein „Muss“ für jeden Texter?

Auch in der Dienstleistung gilt: Je klarer die Positionierung, je einfacher die Kundenansprache und je besser wird man von der Zielgruppe auch gefunden.

Deshalb hat jeder Texter in der Regel eine klare Positionierung. Das kann Reisen, Coaching, Ernährung, Fitness oder jedes beliebige andere Thema sein.

 

Der Vorteil einer Positionierung liegt auch aus Sicht des Texters klar auf der Hand: Man schreibt über Themen, die einem vertraut sind, die man regelrecht liebt und in denen man sich auch sehr gut auskennt. Im besten Fall einen Experten Status aufweisen kann. Die einem flott von der Hand gehen und umfangreiche Recherchen fast schon überflüssig machen.

 

Auch ich habe meine Kernthemen, mit denen ich mich sehr wohl fühle. Kunden mich hierzu ansprechen, weil ihnen gefällt, was und wie ich etwas hierzu sage. Für die ich über die Themen schreiben darf, die mein Herz ansprechen und die meine Finger beflügelt über die Tastatur gleiten lassen. Das ist wunderbar! Es ist aber zugleich auch meine Komfortzone.

 

Eine extrem wichtige Erfahrung habe ich gemacht, als ich meine Komfortzone zum ersten Mal verlassen habe. Und über ein Thema schreiben sollte, von dem ich nun wirklich absolut keine Ahnung hatte. Warum der Kunde sich ausgerechnet an mich gewandt hat, war mir ebenso unklar. Klar hingegen war, dass mich der Ehrgeiz gepackt hatte. Nach intensiver Recherche und einigen Telefongesprächen mit dem Kunden hatte ich Feuer für das Thema gefangen und begann zu schreiben. Eine Woche nach Abgabe meiner Texte rief der Kunde mich an um mir mitzuteilen, dass er den ersten Auftrag „nachweislich durch meine Texte“ an Land ziehen konnte. Unfassbar für mich, völlig logisch für den Kunden. Denn: „Sie haben die Sprache des Kunden gewählt und so geschrieben, dass jeder sich vorstellen kann, wie wir arbeiten und was ein Kunde durch die Zusammenarbeit mit uns gewinnt. Statt trockener und technischer Details haben Sie mit Ihren Texten Bilder in den Köpfen der Leser erzeugt. Danke dafür!“

 

Es kann also durchaus für beide Seiten gewinnbringend sein, die kuschelige Komfortzone hin und wieder zu verlassen: Als Texter lernt man eine Menge dazu und als Auftraggeber gewinnt man einen neuen Blickwinkel auf ein vielleicht schon zu vertrautes Thema.

 

Und nicht zuletzt gewinnt vor allem der, für den der Text geschrieben wurde:

Der zukünftige neue Kunde des Unternehmens.

Mein Buchtipp # 6

Ich gebe es zu - das Cover war ausschlaggebend für die Entscheidung zum Kauf dieses Buches. Ich wollte einfach mehr erfahren über diesen Menschen, der so viel Zärtlichkeit und Schmerz in seinem Ausdruck hat. Und auch wenn die Entscheidung mehr als oberflächlich war - wer lässt sich schon vom Cover eines Buches blenden? - in diesem Fall war sie mehr als gut. Sie war brillant ...

Jude, JB, Willem und Malcolm sind vier Freunde, die sich am College kennengelernt haben. Die Geschichte ihrer Freundschaft wird von der Autorin in einer Weise erzählt, die mir manchmal den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Schonungslos ehrlich, anrührend zärtlich, erschreckend grausam. Wir erfahren fast körperlich, was Freundschaft vermag und müssen hilflos mit ansehen, wo ihre Grenzen liegen.

Es ist schwer, in die Welt der vier Freunde einzutauchen und doch lässt sie einen nicht los. Man wünscht sich ein Happy End und möchte glauben, dass echte Freundschaft mächtig ist und alles besiegen kann: Trauer, Wut, Verzweiflung und Zerstörung. Ein Rettungsanker, der uns fest und sicher hält. Tut er das in jedem Fall? Lest selbst ...

Das Internet: Big Data oder Big Filter

Mir geht es wie den meisten Menschen: Wenn ich etwas suche, kaufen möchte, recherchieren muss oder mir etwas unklar ist, gehe ich ins Internet. Diesen großartigen Pool an Wissen aller Art! Klar hinterfrage ich manches kritisch und doch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich mich oft genug einlullen lasse. Mir fremden Menschen bedingungslos Glauben schenke. Mich von Bewertungen (oftmals gekauften) in meiner Kaufentscheidung beeinflussen lasse. Mir oft genug eben nicht eine eigene Meinung bilde.

 

Das ist doch eigentlich verrückt, oder?

 

Denn betrachtet man es einmal ganz nüchtern, stellt das Internet Informationen bereit und bietet eine Software Möglichkeiten, der aber die grundsätzlichen Annahmen der Programmierer über das Funktionieren der Welt zugrunde liegen. Heißt – diese Annahmen fließen in das Programm ein und können – je nach Programmierer – andere Ergebnisse auswerfen. Wenn auch nur in Nuancen. Auch Suchmaschinen individualisieren ihre Suche und - man mag es kaum glauben - es gibt schlichtweg keine neutralen Suchergebnisse. Das kann man ganz leicht nachprüfen, indem zwei verschiedene Personen den gleichen Suchbegriff in eine Suchmaschine eingeben – das Ergebnis wird kurioserweise nicht identisch sein.

 

Daraus folgt: Das Internet ist ein Informationsfilter, Informationsfreiheit steht auf einem ganz anderen Blatt.

 

Ich zitiere aus dem Buch „Zero“ des Schriftstellers Marc Elsberg, das mich nachhaltig beschäftigt hat:

 

„Einen Dienst im Internet in Anspruch zu nehmen, ist, als würdest du in einer fremden Stadt einen Taxifahrer bitten, dich in ein gutes Hotel zu bringen. Im besten Fall tut er das. Im zweitbesten bringt er dich zu einem, das er für gut hält – nur leider hat er ganz andere Vorstellungen als du. Und in den meisten Fällen bringt er dich in das Hotel seines Cousins“.

 

Für die Zukunft habe ich mir deshalb vorgenommen, etwas kritischer mit all den Informationen aus dem Netz umzugehen. Mir aus all den zur Verfügung stehenden Informationen eine echte eigene Meinung zu bilden. Im Zweifel lieber echte Menschen aus dem Unternehmen und echte Nutzer von diversen Produkten nach ihrer Meinung befragen. Denn im Gespräch von Mensch zu Mensch bin ich - mit ein bisschen Menschenkenntnis - in der Lage zu erkennen, ob hier geflunkert oder versucht wird, mich zu manipulieren. Körperhaltung, Gestik, Mimik und Stimmlage verraten mindestens genauso viel wie die reinen Worte. Und sind nicht steuerbar und somit glaubhafter.

 

Aber wer weiß, irgendwann gibt es sicher eine Software, die genau das auch kann. Oder gibt es sie vielleicht schon? Eine gruselige Vorstellung …

Mein Herz schlägt schneller als deins

So beginnt ein wunderschönes Lied von Andreas Bourani. Es handelt von Trennung. Im letzten Jahr haben sich in meinem weiteren Bekanntenkreis einige Paare getrennt, von denen ich das nie gedacht hätte. Einer erzählte mir: „Wir haben uns einfach unterschiedlich entwickelt. Auseinandergelebt.“ Offensichtlich wie in dem Lied. Da schlagen Herzen nicht mehr wie eins und sie leuchten heller allein …

 

Aber ist es nicht so?

 

Am Anfang einer Beziehung schlagen die Herzen natürlich wie eins. Ein „ich“ gibt es nicht mehr, nur noch ein „wir“. Und doch besteht eine Beziehung immer zwischen ZWEI Menschen und jeder von ihnen ist einzigartig. Es bleibt gar nicht aus, dass Unterschiede hervortreten. Unterschiedliche Entwicklungen. Unterschiedliche Geschwindigkeiten. Das muss aber nicht unbedingt das Ende einer Beziehung sein. Es kommt vielmehr darauf an, ob man neben dem „ich“ genauso viel Interesse am gemeinsamen „wir“ hat oder eben nicht. Ist das so, dann ist folgendes möglich:

 

Geht einer schneller das der andere, könnte einer kurz warten oder der andere etwas Tempo zulegen, bis sie wieder auf einer Höhe sind. Leuchtet einer mehr als der andere, heißt das nicht, dass man allein im Licht stehen muss – wenn man nicht will. Ehrliches Interesse am anderen bedeutet nicht, alles gemeinsam machen zu müssen oder die gleichen Dinge zu lieben. Es bedeutet vielmehr, neugierig auf den anderen zu bleiben. Immer wieder aufeinander zuzugehen, besonders dann, wenn die Herzen unterschiedlich schnell schlagen.

 

Mag sein, dass meine Einstellung leicht altmodisch ist. Ich bin aber ehrlich davon überzeugt, dass beide davon profitieren können, wenn ein Herz schneller schlägt als das andere. Ehrliches Interesse am anderen und Liebe für diesen vorausgesetzt. Derjenige, der schneller unterwegs ist, legt hin und wieder eine Pause ein und vermeidet so kopfloses Voranstürmen und frühzeitige Verausgabung. Derjenige, der langsamer unterwegs ist, gewinnt den nötigen Ansporn und erreicht Ziele, die er allein niemals in Angriff genommen hätte. Und wo auch immer auf diesem Weg sich beide wieder treffen, passiert das Wunder:

 

Herzen schlagen wieder wie eins und sie leuchten heller zu zweit.