Persönlicher Blog

In meiner öffentlichen Arbeit schreibe ich für verschiedene Personen und Unternehmen. Die Themen sind naturgemäß vorgegeben.

Hier – in meinem persönlichen Blog – schreibe ich über das, was mir ganz persönlich am Herzen liegt. Das sind vor allem zwischenmenschliche Themen oder auch meine Meinung zu aktuellen Geschehnissen aus der Welt.

Das Bedürfnis zu schreiben ist ein unstillbares. So entstand die Idee zu diesem Blog. Alles, was mich berührt und bewegt und worüber ich nachdenke; Erkenntnisse, die ich für mich gewonnen habe und Eindrücke, die ein schriftliches Festhalten verdienen – all das wird in diesen Blog Einzug halten.

Mir selbst wird der Blog vor allem Freude bereiten. Er ist weder auf Profit noch auf Werbung ausgerichtet. Vielmehr sind Sie eingeladen, mich hier ein wenig besser kennenzulernen, indem ich Sie an meinen Gedanken und meiner Einstellung teilhaben lasse.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude!

Kunden durch Social Media?

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Das Zitat von Henry Ford kennt vermutlich jeder. Hört sich in der Theorie schön an, wird in der Praxis selten umgesetzt. Dort – in unserer Komfortzone – ist es ja auch so schön kuschelig. Hier kennen wir uns aus. Hier sind wir Experte auf unserem Gebiet. Hier riskieren wir nichts.

Für mich ist meine Komfortzone die Wasserbett Branche. Sie zu verlassen kommt mir nicht oft in den Sinn. Es sei denn, ich werde durch eine Anfrage elektrisiert.

So geschehen neulich, als ich via Instagram – ja, man kann durch soziale Medien Kunden gewinnen! – kontaktiert wurde. Marco Oerding ist Künstler, er lebt in Hamburg und „Ich zeichne Lebenslinien. Mit Herz, Stift und Papier“ – so stand es auf seiner Website.

Völlig entzückt tauchte in seine Welt ein – seine Zeichnungen waren schlicht, aber auf den Punkt. Kleine Geschichten über Helden des Alltags. Alleine diese Idee: Helden – wer wäre nicht gern einer?! Laut Marco sind wir alle Helden, das zeigte er in seinen Zeichnungen grandios, die Texte auf seiner Website spiegelten die Botschaft indes nur unklar. Nach einem netten Telefonat durfte ich mich an die Arbeit machen und begann zu schreiben – und konnte nicht mehr aufhören.

Seine Kernbotschaft schimmert nun in allen Texten auf seiner Website durch und erzählt seine ganz eigene Heldengeschichte. Mein Storytelling für ihn war so komplett anders als meine sonstigen Arbeiten, dass ich mich herausgefordert, inspiriert und begeistert zugleich fühlte.

Das Ergebnis macht uns beide stolz – Marco und mich auch. Wenn er mir sagt, ich hätte mitgeholfen, seine Marke zu entwickeln und „seine Seele in einem word Dokument“ festgehalten, dann weiß ich – es ist lohnend, hin und wieder seine Komfortzone zu verlassen. Und schön …

Zivilcourage

Jeder denkt von sich, er habe sie – Zivilcourage. Natürlich. Gar keine Frage!

Wir haben den Mut, öffentlich unsere Überzeugung zu äußern, auch wenn sie der Ansicht anderer Menschen entgegensteht. Wir greifen mutig ein, wenn wir Zeuge einer kriminellen oder für andere Menschen bedrohlichen Situation werden. Wir machen die Öffentlichkeit auf Missstände aufmerksam und lenken die allgemeine Aufmerksamkeit darauf. Wir helfen wo wir können, wenn insbesondere die Schwachen der Gesellschaft (ältere Menschen, Kinder, aber auch Tiere) unwürdig behandelt werden.

Ist es nicht so?

All die Reportagen, in denen gezeigt wird, dass Menschen verschämt den Blick senken und in eine andere Richtung schauen, derweil genau vor ihnen ein Unrecht geschieht – das sind nicht wir! Das sind Feiglinge. Egoisten. Ohne Worte so ein Verhalten.

Neulich hatte ich Gelegenheit, Zivilcourage zu zeigen und habe die Gelegenheit ergriffen. Spontan, ohne weiter nachzudenken, voller Emotionen. Ich habe einen öffentlichen Facebook Aufruf gestartet und meinen Unmut über die aktuelle Situation in deutlichen Worten Ausdruck verliehen. Namen habe ich keine genannt, wohl aber Straße und Ort des Geschehens. Ich fühlte mich als Rächer der Schwachen und völlig im Recht.

Die Anteilnahme war riesig, der Beitrag über 5000mal geteilt, private Nachrichten trudelten im Sekundentakt herein. Alle wollten helfen, es war ein schönes Gefühl. Bis ich um Mitternacht vor der eigenen Haustür persönlich beschimpft, beleidigt und bedroht wurde! Der Beitrag sollte gelöscht werden, sonst hätte ich ein ernstes Problem, da kenne man nichts …

Ich habe den Beitrag danach aus zwei Gründen gelöscht. Zum einen hatte ich konkrete Angst und zum anderen wurde mir klar, dass die vorhandene Unterstützung nicht im Geringsten gewünscht wurde. Damit hatte der Aufruf sein eigentliches Ziel verloren.

Meine Erkenntnis zur Zivilcourage ist:

Wenn es sich nicht um eine akut bedrohliche Situation handelt, ist es sinnvoll, vor dem Handeln nachzudenken. Sich vielleicht Unterstützung zu holen. Über verschiedene Optionen nachzudenken. Sich gegen mögliche Folgen abzusichern.

Und dennoch!

Angst darf nie dazu führen, dass wir den Mund nicht mehr aufmachen. Wohin das im schlimmsten Fall führen kann, zeigt nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart. Und deswegen müssen wir trotz möglicher Ängste bei Missständen den Mund aufmachen. Jeder einzelne von uns. Ich auch.