Achtsame Kommunikation

Kommunikation ist hin und wieder ein Minenfeld. Selbst im direkten Dialog kommt es oft vor, dass etwas nicht richtig verstanden wird oder ein Ausdruck in den falschen Hals gerät. Passiert das im persönlichen Gespräch, kann das Missgeschick schnell aufgeklärt werden. Entweder, weil das Gegenüber direkt nachfragt oder aber, weil wir am Gesichtsausdruck des Gegenübers erkennen, dass hier etwas „so doch gar nicht gemeint war“ und wir schnell einhaken und beschwichtigen können.

Schriftlich sieht die Sachlage ganz anders aus.

Umso wichtiger ist es, seine Worte mit Bedacht zu wählen. Nicht zu vergessen, dass wir unser Gegenüber nicht sehen und erkennen können, wie die Nachricht aufgenommen wird.  Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wird in Zeiten digitaler Kommunikation oft genug sträflich vernachlässigt.

Mir wurde zum Beispiel in einem Kommentar auf den sozialen Medien ein schnödes „Du hast es offenbar immer noch nicht verstanden!“ entgegen geknallt. Es ist schnell getippt, wurde vermutlich genauso gedacht und war vielleicht auch gar nicht so verletzend gemeint. Ich werde es nie wissen, denn ich war verletzt, habe die Kommunikation abgebrochen und den Kontakt fortan gemieden.

Sicher trägt auch mich eine Mitschuld, denn ich hätte ja durchaus noch einmal nachfragen können. Nur machte mir die Wortwahl und das Ausrufezeichen (es schreit!) eine andere Reaktion unnötig schwer. Ein: „Ich habe den Eindruck, du hast mich noch nicht richtig verstanden“ wäre deutlich freundlicher und weniger verletzend gewesen.  

Lasst uns alle miteinander darauf achten, in unser schriftlichen Kommunikation Worte zu wählen, die Türen öffnen, anstatt sie uns gegenseitig vor den Kopf zu knallen. Auch wenn du die Person am anderen Ende weder siehst noch persönlich kennst – es ist ein Mensch wie du auch. Und möchte ebenso behandelt werden wie du selbst.

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